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Blog-Schokolade

es zählt nicht nur, was bitter war

auf den kakao kommt es an

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Montag Mrz 08, 2010

Angekommen

Zum Abtransportieren der Hinterlassenschaften des Vormieters benötigen wir professionelle Hilfe. Der Entsorger kritisiert am Telefon, daß es in Harlaching keinen Wertstoffhof gäbe. "Ihr habt's überhaupt nix..., Ihr habt's bloß an Haufa Geld..." Von dieser Meinung sollte er vor Ort recht bald abkommen. Nadja hat mittlerweile die Kosten für den Kindergarten ausfindig gemacht und mein Taschengeld gekürzt. Kollege Waltz hat den Oscar bekommen. Der neue Job liefert erste Stilblüten. Anton baut seine Lego-Eisenbahn auf und wünscht sich Himbeerkuchen zum Geburtstag. Der Umzug geht voran. Erste Bilder im Wohnzimmer. Sogar der Keller wird gemütlich...

Montag Mrz 01, 2010

Forever Number One

Sechs Mann entstiegen dem LKW, der unsere Habe sicher nach München bringen sollte. Schleuser-Atmosphäre. Wohnungsabnahme klappt auch. Es lebe unser Nachmieter. Trotz des einächsigen Anhängers. Bis auf ein paar Stühle ist nichts kaputt gegangen. Anton spielt den ganzen ersten Tag mit dem Bayern-Opa. Eins zwei drei vier Eckstein, alles muß versteckt sein. Der Rest ist mit Altlasten beschäftigt. Die Küche ist von einem Schmutzfilm überzogen. Nadja findet ein Dutzend Wespennester auf dem Dachboden und unter der Matratze. Das Schlafzimmer muß komplett entsorgt werden. My-Hammer scheint zu funktionieren. John und Elizabeth transportieren den geerbten Schrank in den Keller. Anton spielt mit Bart, Lisa und Maggie. Bart wollte das neue Vereinsgelände des FC Bayern besichtigen. So langsam fangen wir an zu wohnen. Anton will mit ins Stadion. "Aber ich hab' doch auch eine Karte..., Mir gefällt's da immer so schön..." Alpenblick von der Allianz-Arena. Schön, wieder da zu sein. Bayern feiert Geburtstag. Kaum bin ich da. Sind wir auch schon. Tabellenführer. Richie hat seinen Facebook-Status geändert.

Montag Feb 22, 2010

Keine Blasmusik zum Abschied

Die Brezeln aus der Brezelbar (http://www.brezelbar.de/) sind empfehlenswert. Vom Feinkost-Angebot Weiss-Blau (http://www.weiss-blau-berlin.de/) war ich etwas enttäuscht. Sogar Edelstoff war aus... Berliner Bierverbrauch nach wie vor schwer einzuschätzen. Zwei Kästen Augustiner verbleiben im Kühlschrank. Das reicht noch für die fünf nächsten Ausstände. Hätt' ich noch mehr soschäleisen sollen? Ein Six-Pack hätt' es auch getan.  Angeblich warten der ein oder andere Vorgesetzte und Kollege vergeblich auf 'nen Outlook-Reminder. Meine Komparsenrolle wird hier nicht als Sprungbrett bewertet. Der Dreikonsonantige sucht eine Wohnung im Niederbayerischen. Dea hat den Unterschied zwischen Schwaben und Franken immer noch nicht kapiert. Mein Gastspiel ist beendet. But that a joy past joy calls out on me... Die Auslandserfahrung sollte sich gut machen in meinem Lebenslauf... Nadja hat mir für meinen ersten Urlaubstag ein umfangreiches Backlog überlassen und ist mit meinem Commitment unzufrieden... Hoffentlich ist das der letzte Umzug für die nächsten fünfzehn Jahre... Evi Sachenbacher holt Gold im Team-Sprint.

Donnerstag Feb 18, 2010

Vancouver

Klose soll abseits gewesen sein. Rauchen aufgehört. In Nadjas Träumen bin ich schon mal besser weggekommen... Riesch holt Gold in der Super-Kombination. Beinahe hätte man mir noch einen Hotfix untergejubelt. Apple ist schon vor neun da und wieder super drauf. Anton verabschiedet sich immer öfters mit "Pfiade". Dea versucht auf der Wiesn, den Dresscode zu unterlaufen.

Dienstag Feb 09, 2010

120 Beobachter

Anton besteht die U7a. Der Countdown läuft. Keine zehn Arbeitstage mehr... Bei 120 Beobachtern braucht man sich um Küchenschrank und Waschmaschine keine Sorgen zu machen. Eigentlich wollte ich den Käufern 100 Euro erlassen. Aber Nadja fand die Abholer so sympathisch, sie wollte ihnen die Schnäppchen-Experience nicht nehmen... "Klasse-Ware, nette Verkäufer" bewerten diese den Deal... Ingo registriert die Information, mir ab dem HSV-Spiel die Jahreskarte wieder zu überlassen, nicht mit uneingeschränkter Freude...

Samstag Jan 30, 2010

Dreharbeiten

Standby for Shooting. Quiet please. Rolling. Background. Action. Interessante Dreharbeiten. Der Hauptdarsteller hält mich für einen Kollegen und begrüßt mich per Handschlag. Und die Hauptdarstellerin faßt mir nach einem Joke des Regisseurs auf meine Kosten lächelnd auf die Schulter. Mit etwas Glück werde ich nicht rausgeschnitten. Wo ich neun Überstunden gemacht habe. Ende 2011 kommt der Film in die Kinos. Die Stars sitzen im Behelfs-Pavillon und benutzen zu ihrem Glück nicht die Toiletten der Crew. Die Nebenrollen rauchen mit uns Komparsen. Zwei Schachteln am Tag. In dem Business würd' ich auch bald bei Zahnstochern landen. Vom schwulen Maskenbildner bis zur detail-verliebten Requisite war alles bei. Hätte nie aufhören sollen, Drehbücher zu schreiben... Eigentlich paßt diese Welt ganz gut zu mir.

Dienstag Jan 26, 2010

Don't call us, we call you...

Es ist vollbracht. Kindergartenplatz gefunden. Mietvertrag unterschrieben. Wir ziehen nach Harlaching. Außerdem hat Hollywood angerufen. Wollen meine Sozialversicherungsnummer... Da fällt mir der alte Sketch mit Qualtinger ein, der sich als Kleindarsteller mit einem Kollegen über seine Rolle als Zwerg bei Schneewittchen unterhält. "Welchen?" - 'Den vierten' - "Wie legst du ihn an?" - 'Hintergründig'

Sonntag Jan 10, 2010

Vier Jahre Berlin - Die Legislaturperiode ist zu Ende

Nadjas Arbeitsvertrag liegt seit Weihnachten schriftlich vor.

Da ich keine Übereinkunft mir ihr über ein Leben als Hausmann und Bohème erzielen konnte, bleibt mir das working class Schicksal nicht erspart. Bei einer Bewerbung als Scrum Product Owner teilt man mir im Vorstellungsgespräch mit, daß man eigentlich einen Scrum Master sucht, und legt mir einen Java Test vor? Bei einer Bewerbung als Scrum Master wirft man mir meine Entwickler-Vergangenheit vor. Glogerfiziert. Von meinem mittlerweile stark belasteten Verhältnis zur Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns mag ich gar nicht erst sprechen...

Am Freitag endlich. Positive Signale in zwei Gesprächen. Sage beim zweiten Termin spontan zu. Bye, bye, Berlin.

Abendessen mit unseren potentiellen Vormietern. Möge der Vermieter dem Mietverhältnis zustimmen... Nadja beschäftigt sich bereits mit den komplexeren Themen der Migration: Suche einen Kindergartenplatz für zwei Vollzeit-Eltern in München Süd.

Letzte Heimfahrt nach Berlin als Berliner. Zehn Stunden. Durch Schneesturm Daisy und seine Folgen. Beim nächsten Mal. Hab' ich hoffentlich. Schon Münchner Wohnungsschlüssel. In der Tasche...

Freitag Nov 20, 2009

Informelles Betriebsklima

Istanbul schickt mir folgende Agenda fürs Vorstellungsgespräch am Montag.

 09:00 bis 09:15
 Büffet
 09:15 bis 10:45
 Fragebogen
 10:45 bis 11:00
 kurze Pause, Aushändigen des Fragebogens
 11:00 bis 12:30
 Technisches Gespräch
 12:30 bis 13:30
 Beratungsgespräch
 13:30 bis 14:00
 Imbiß
 14:00 bis 16:00
 Gespräch mit dem Management

Für's letzte Gespräch gab's sogar 'ne Anleitung. 10 bis 15 Minuten freie Rede über mich, Geburtsort, Erziehung, Eltern, Geschwister, Schule, Hobbies als Kind und jetzt. Name der Schule und der Universität. Dann soll ich mir 20 bis 25 Minuten Zeit nehmen, um über meine akademischen und beruflichen Erfolge zu sprechen. Und zehn Minuten hab' ich, um über die Firma zu sprechen, bei der ich mich beworben hab. Was weiß ich, und wie kann ich zum Firmenerfolg beitragen?

Flug ist storniert. Die 360 Euro verloren. Aber das tu' ich mir nicht an. Nicht in Englisch. Und da war sie wieder. Die Sehnsucht nach der Frührente. Weil Antons "F" und "S" immer noch stark an "L" erinnern, denkt Nadja über einen Logopäden nach.

Samstag Nov 07, 2009

Sieben auf einen Streich

Wieder keine Sportschau. Toni kann sich die zweite Halbzeit nicht ansehen. Und Lahm lobt den Trainer. Nur der Vorstand kriegt sein Fett weg. Weil sie Spieler kaufen, die die Trainer sich wünschen und den Trainern kein festes Spielsystem vorgeschrieben wird... Nadja bekommt drei Interviews in einer Woche und liest sieben Fachbücher gleichzeitig. Wenn sie vor mir zuschlägt. Liebäugle ich. Mit der Freiberuflichkeit. Gucke mir aber vorher noch eine Firma auf Kreta an. Die Wohnung in dem laut Maklerin gehobenen Wohnviertel Untermenzing paßt nicht hundertprozentig. Anton singt den ganzen Abend das Wiegenlied von Tante Simone. Müllers Müllers Sackal...

Montag Nov 02, 2009

Time to make a change

Personalversammlung im Kindergarten. Was macht man im November. Bei Dauerregen. Eine Schweinegrippeimpfung für die ganze Familie wäre an und für sich eine gute Idee. Jedoch. In Berlin. Verweigert man uns diese. In der Not suchen wir uns eine neue Hausärztin. Die macht einen Hausbesuch, impft uns wenigstens gegen die saisonale Grippe, rät Richie vom Medizinstudium ab und bleibt beinahe zum Tee. Anton bekommt erst nächste Woche einen Termin beim Kinderarzt. Trotzphase reloaded. Auch die "Warum"-Fragen häufen sich. Packt seinen Rucksack und fährt mit dem Bobby-Car in den Urlaub. Oder zum Einkaufen. Fürs Töpfchen hat er keine Zeit. Die Großeltern haben auch keine Zeit. Zwischen Fitness-Studio, Englisch, Garten und Stasiakten lesen. Wer hat eigentlich noch Zeit? München-Flug fürs nächste Vorstellungsgespräch gebucht. Lebensversicherung abgeschlossen. Seehofer konkurriert in der Bundeshauptstadt schon mit dem Renommée des späten Stoiber. 

Montag Okt 19, 2009

Windshield wipers slappin' time

Bringe das Auto in die Werkstatt. Zum Reifenwechsel. Dachte ich.  Hatte aber die Sommerreifen im Kofferraum. Fahre schon den ganzen Sommer mit den Winterreifen. Dafür wurde die Scheibe gewechselt. Nach Rückfrage. Nicht wegen des Steinschlags. Sondern wegen des Scheibenwischers. Der habe die Scheibe zerkratzt. Den Scheibenwischer werd' ich wohl nicht wieder sehen. Beim Tausch der Scheibe hat der Monteur ihn abgebrochen. Bis ein neuer Wischer geliefert ist, bekomme ich ein Mietauto. Die Maklerin meldet sich nicht. Terminkollision. Athen. Moskau. Nadja ist beim Fleetwood-Mac-Konzert. Anton läßt sich jedes Geschäft auf dem Topf gegen fünf Minuten Internet vergüten.

Samstag Okt 17, 2009

BackBlogItem

Blog-Pause beendet. Etwas doof, wenn man beim Telefoninterview auf sein Pseudonym angesprochen wird. Oder die erste Frage beim Vorstellungsgespräch meine Gehaltsvorstellungen erkundet. Und auf meine Antwort entgegnet wird. "Damit ist das Gespräch schon wieder zu Ende." Sieht so aus, als ob ich selbständig werden muß. Vorher drohen mir noch zwei Tage im Paris des Ostens. Anton rast auf dem Laufrad. Helmpflicht. "Ich bin kein Quatschkopf. Ich bin der Anton." Bayern hat mal wieder einen Treffer erzielt. Führen eins zu null. Die meisten Leute suchen erst einen Job und dann eine Wohnung. Nadja geht den anderen Weg. Wir sehen uns nächste Woche eine Wohnung an. Im Bayerischen.

Samstag Aug 29, 2009

Stern des Südens

Anton macht Fortschritte mit seinem Laufrad. Wegen diverser erfolgreicher Topfsitzungen besuchen wir den Spielzeugladen. Er sucht sich ein Sendung-mit-der-Maus-Puzzle aus. Nadja entdeckt den Balkon als Atelier. Das FCB-Webradio präsentiert in der Halbzeitpause den Stern des Südens. In der Endlosschleife. Als Robben das 2-0 macht, schiebe ich das Balance-Board raus. Es hat mich vermisst und sich gewundert, daß ich ein paar Kilo zulegegt habe. Als Robben zum zweiten mal trifft, schwitze ich schon bei Yoga und Aerobic. Die Twitter-Raute nervt. Kann mich nicht daran erinnern, wann ich mich zum letzten Mal aufs aktuelle Sportstudio gefreut habe. Moderiert Kürten noch?

Freitag Aug 28, 2009

Saison kann beginnen

Robben verpflichtet. Wenn Bayern anfängt, fußballzuspielen, dann blogge ich auch wieder. Bei einer Sprintplanung mit sieben Entwicklern. Kommt ganz schön was zusammen. Der Büroausgabe gehen Post-It's und Reißzwecke aus. Am Wochenende war ich in Bayern. Genauer gesagt, in Untermenzing, Obermenzing, Laim, Trudering, Hadern, Perlach und Haidhausen. Schön dort. Auch wenn die Dinge sich verändert haben. Junior zahlt, wie er selber sagt, sehr viel Steuern. Number Four keine. Und der Praxis-Alltag eines Arztes hört sich stark nach Kanban an. Meine Telefoninterviews wurden auf nächste Woche verschoben. Im übrigen bin ich der Meinung, daß die KVB abgeschafft werden sollte.

Montag Aug 10, 2009

Stammtisch-Niveau

Die Muse von Almodóvar ist laut Google Adwords nicht Penelope Cruz, sondern ein US-amerikanisches Potenzmittel. Die Schaltung dieser Kombination verlangt eine Online-Apotheken-Kennung, wenn man keine Ausnahme beantragen will. Weil Anton wieder im Kindergarten ist, und ich heut' noch frei habe, wenn ich mir das Internet und diverse Diskussionsforen so angucke, verdient der Begriff Stammtisch-Niveau umgehend Rehabilitation. In vino veritas.

Der alte Mann und das Meer

Zwei Wochen Urlaub, und der Traffic bricht ein. Bevor der Alltag mein Burn-Out-Syndrom reaktiviert, muß ich von meinen Angelerlebnissen sprechen.

Hecht 1

Sonntag bis Freitag verbrachten wir wieder im Waldhäuschen, unweit der Müritz. Am gleichen Steg, an dem sich meine Eltern und Schwiegereltern und Nadja seit zwei Jahren vergeblich bemühen, einen Hecht an Land zu ziehen, werfe auch ich am Dienstag meine Angel aus. Das Scheitern der Konkurrenz beflügelt meinen Ehrgeiz, also experimentiere ich mit der Technik. Zur Verfügung standen Perlmutt-Löffel und Spinner-Angel. Führte den Köder mal nah am Boden, mal höher. Kurbelte mal langsam mal schnell. Die Wassertemperatur war hoch. Das Wasser war klar. Heute weiß' ich, die Hechte standen tief. Nach gar nicht allzu langer Zeit zappelt ein Hecht an der Angel. Um 16:30 rum. Mußte Nadja zu Hilfe rufen. Der Kescher stand nicht bereit.


Nadja übernimmt die unangenehmen Seiten des Fangs. Erschlagen. Kopf abschneiden. Ausnehmen. Der Fisch erfüllt gerade noch die Mindestmaße in Mecklenburg-Vorpommern für Hechte (45 cm). Weil man einem Bayernfan gern Dusel andichtet, oder ihn mit blinden Hühnern und Eintagsfliegen konfrontiert, war klar, ich mußte das Ding wiederholen. An einem der nächsten Tage. Für dieses Abendessen hatten wir genug.

Hecht 2

Am nächsten Tag verfing sich die Angel im Schilf. Ein Bootsangler lästert, ich solle Gummifische nehmen, der Blinker bringe es nicht. Vielleicht hätte ich meinen Fang verschweigen sollen. Zwei Boote scharten sich den ganzen Tag um meinen Lieblingssteg. Zu viele Jäger. Überlasse Nadja das Revier.

 


Am Freitag, nach dem Frühstück, versuche ich noch mal mein Glück. Schnelle Köderführung. Eigentlich hatte ich nicht noch einmal damit gerechnet. Diverse Male hole ich Seetang an Land. Aber dann kann' ich die Angel kaum halten. Dieser Fisch zeigt deutlich mehr Gegenwehr. Beinahe wäre er mir im Schilf verschwunden. Wieder ein Hecht. Weil ich dazu neige, etwas dick aufzutragen, fotografieren wir ihn dieses Mal mit Meterstab. 51 Zentimeter. Den hätten wir sogar in Bayern verzehren dürfen.

 

Obgleich die Gräten tatsächlich für einen Hecht sprachen, und nicht für einen Hai, stellte sich auch bei dieser Mahlzeit ein leises Hemingway-Feeling ein.


Samstag Aug 08, 2009

Back in Dogville

Zurück in Berlin. Steglitz-Zehlendorf. Mit Pleasantville hat man uns diese Wohnsiedlung angeteasert. Nadja ist längst dazu übergegangen, von Dogville zu sprechen. Der Hund ist nach wie vor nicht angeleint. Anton stürzt sich auf seine Legokiste, baut Türme, backt Kuchen und Pizza. Weint beim Einschlafen. Bayern dominiert in der zweiten Halbzeit. Kann was werden, diese Saison. Trotz des Unentschiedens. Die Zukunftsplanungen werden realistischer. So realistisch, daß ich gleich Lotto spielen muß. 

Dienstag Jul 21, 2009

Ursula von der Leyen für vier Cent

Seo-Experimente mit Google Adwords. Darf ein CDU-Abgeordneter beim Keyword "Steinmeier" Werbung für seine Homepage oder seine Politik machen? Oder muß der Abgeordnete seinen Namen vorher schützen lassen. Buchen kann man die Fremd-Partei-Mitglieder auf jeden Fall, wie folgender Screenshot einer Adwords-Kampagne zeigt.

Adwords-Politik-Kampagne 

Unbegreiflich, wieso man für das Keyword "Bernd Neumann" oder "Anette Schavan" mehr zahlen muß als für "Angela Merkel" oder "Ursula von der Leyen". Nach Buchung von "Angela Merkel" erreicht die Zielseite bei 200 Auslieferungen lediglich einen Klick. Danach schnellen die "Angela Merkel"-Preise auf 80 Cent. Das Berufsbild eines Seo-Managers nimmt Konturen an.

 


Samstag Jul 18, 2009

Steuererklärung

Die Kita hat zu. Anton verarztet seinen Teddy. Richie will nach Mexiko fliegen. Die Mahnung für die Steuererklärung kommt in diesem Jahr relativ früh. Mit WISO kriegt man das in ein paar Stunden hin. Bei Nadjas Riestervertrag allerdings gebe ich auf. Anton frägt mich ständig, was ich essen oder trinken will. Papa, willst du Wasser oder Tee? Papa, willst du Nudeln mit Tomatensoße? Im Kaufhaus dreht er durch, die Oma meint, wir gingen vielleicht zu selten ins Kaufhaus. Auf dem Arm brüllt er wie am Spieß, strampelt mit den Füßen und reißt sich los. Er tänzelt über die Rolltreppen durch die Abteilungen und grabscht alles an. "Brauchen wir das?" Zu guter Letzt fällt er hin und holt sich blutige Lippen. Nadja kauft versehentlich Kunstmotiv-Aktenordner. Da verrinnt einem die Steuerersparnis schon, bevor der Steuerbescheid eingetroffen ist. Wo immer Tränen zu sehen sind. Anton ist da und macht "ei". Die Großeltern riskieren lebenslängliches Domäne-Dahlem-Verbot.

Sonntag Jul 12, 2009

Die Geschichte des Traktors auf Oberfränkisch

Täglich krieg' ich das Bloggen nicht mehr gebacken. Nicht in Zeiten der Wirtschaftskrise. Und nicht mit meinem Burn-Out-Syndrom. Kylie sagt das Söhne Mannheims Konzert ab. Deswegen. Folgen wir. Einer Einladung. Ins Fränkische. Ein runder Geburtstag. Nadja entdeckt meine ländlichen Wurzeln, kann aber, als es um Traktorkunde geht, trotz der Geschichte des Traktors auf ukrainisch, nur bedingt mitreden. Einen Vier-Zylinder kriegst'e eben nicht kaputt. Onkel Monaco erzählt von seinen Demonstrationszügen in Berlin. Und dem Tränengas in Straßburg. Anton lernt die Freundin seines Uropas kennen. Vor zehn Jahren hätte Nadja Familienfesten dieser Art nichts abgewinnen können. Als der Alleinunterhalter aufkreuzte, begann' ich, über ein neues Kabarettprogramm nachzudenken. Hab' ein paar Bier zu viel getrunken. Oder wieso denk ich über ein Radtour nach? Die Donau entlang. Von Regensburg bis Wien. Nadja muß erst mal in die Toskana. Und an den Comer See. Lernen auch die bessere Hälfte von Cousin Celin kennen. Da auch ihre Familie aus der Landwirtschaft kommt, wird sie sich über die detaillierten Fragen nach Hof- und Grundbesitz nicht gewundert haben. Denn. Wie persifliert Celin so schön. Die Liebe geht. Der Hektar bleibt.

Montag Apr 27, 2009

Soccer's coming home

Erfahre es kurz vor der Mittagspause. Der FC Bayern gibt den Trainerwechsel bekannt. Es ist, wie von mir befürchtet, Jupp Heynckes. Für fünf Spiele. Das ist in Ordnung. Er hat ja Gerland zur Seite. Euphorisch konstatiere ich, daß unser Abstand zur Tabellenspitze an diesem Spieltag um ein Tor geringer geworden ist. Die Koffer sind gepackt. Urlaub. Nadja ist froh. Daß wir wegen "Das fliehende Pferd" nicht ins Kino gingen. Anton findet Geschmack an Pralinen.

Sonntag Apr 26, 2009

Auf den Hund gekommen

Die Hektik am Spielplatz macht mich nervös. Der freilaufende Dobermann belastet Nadjas Lebensqualität. Wieder zieht ein Sonntag Nachmittag an der Säbener Straße vorüber. Ohne erlösende Pressekonferenz. Bastle ein wenig am neuen Web-Projekt. Wolfsburg verliert in Cottbus. Die Schweinegrippe läßt mich über eine Lebensversicherung nachdenken. 

Samstag Apr 25, 2009

Aktion Maximalpunktzahl

Ausflug zur Liebermann-Villa mit dem Fahrrad. Picknick am Schlachtensee. Rechtzeitig zur Bundesliga wieder zu Haus. Null zu eins. Gegen Schalke. Drei Mannschaften punktgleich auf Rang drei. Führe meine Iritis auf Klinsmann zurück. Frei nach Rüdiger Dahlke. Weil ich's nicht mehr mit ansehen kann...

Freitag Apr 24, 2009

Genesung

Anton im Kindergarten. Nadja in der Arbeit. Erhole mich.

Donnerstag Apr 23, 2009

Welttag des Buches

Wie üblich schenkt man sich bei uns am Welttag des Buches was zum Lesen. Bekomme dieses Jahr Band eins der Frankfurter Anthologie. Und Anna Seghers. Wenn man von Jenny Springer absieht. Genesung schreitet weiter voran. Bart braucht fußballerisch noch ein paar Jahre in Hannover. An die Pfiffe gegen den FC Bayern außerhalb der Allianz-Arena muß er sich erst noch gewöhnen. John verfolgt die Geschichten neben dem Rasen. Elizabeth lernt Akkordeon. Die Spedition ist bestellt. An der Zigarettenindustrie scheint die Krise vorüberzuziehen...

Mittwoch Apr 22, 2009

Gelassenheit

Anton bringt seine Wünsche immer in der Du-Form vor. "Du möchtest lieber Nein sagen". Der Augendruck ist OK. Wie in jedem Film meiner Truffaut-Collection springt die Tonspur auch in "Die süße Haut" mittendrin auf die Originalfassung. Wenigstens mit Untertiteln. Anton malt Verkehrsschilder. Weil ich mich von einer Empfehlung in der Buchhandlung Dahlem nicht abhalten lasse, ein weiteres Reimbuch zu kaufen, hat Nadja Sorgen, daß ihr Reim-Buch in der Ecke landet. Als Anton kein höherprozentiger Saft gewährt wird (O-Ton: Lieber ohne Saft), wird er zum Toben in den Flur geschickt, kehrt angeblich "wieder lieb" an den Tisch zurück und knurrt sekundenlang wie ein Hund. Ohne ein Wort. Mit vorgestülpten Lippen und finsterem Blick. Muß bei jeder Mahlzeit mehrmals die Luft anhalten. Ob nun die Tasse von unten untersucht werden muß, der Fuß nach hinten hängt, oder ob mit vollem Mund Elefantenlaute imitiert werden. Man vergißt so leicht, daß es ZEWA gibt. Und Augustiner.Da nimmt man so 'nen Sturz vom Tripp-Trapp viel gelassener.

Dienstag Apr 21, 2009

U-Bahn Assoziation

Der Gärtnerei-Chef freut sich über Antons Interesse an Blumen. Wenn er die Sonnenbrille aufsetzt, ruft er immer "U-Bahn". Der Souterrain des Buchautors weckt keinen Neid. Mit der Lego-Bahn kann man auch Brücken bauen. Anton malt und malt und malt. Die Vierecke gelingen schon recht gut.

Montag Apr 20, 2009

H20.0 G

Der Augenarzt bestätigt die akute Iridozyklitis. Kann mich zunächst gar nicht mehr daran erinnern, daß wir beim letzten Mal - vor elf Jahren- die Pupillen weitstellen mußten. Die Cortison-Dosis wird erhöht. Einäugig möcht' ich noch was fertig machen. Im Home Office. Auch Anton wird für drei Tage kindergarten-unfähig geschrieben.

Sonntag Apr 19, 2009

Bloody sunday

Das Auge gefällt mir nach wie vor nicht. Der Arzt im Hause rät mir zu Diclofenac. Auch beim Auge. Bei Nadjas Waschgang wird der Keller überschwemmt. Und Anton stürzt am Spielplatz mit dem Kopf auf die Holzhütten-Pfosten. Wunde direkt unter dem Auge. Sieht übler aus, als es ist. Gottseidank. Das Hundeauslaufgebiet ist noch größer als bereits  befürchtet. Nadja hat am neuen Kehlmann nichts auszusetzen.

Samstag Apr 18, 2009

Amazon for food

So schnell wie Amazon liefert, frag' ich mich, wieso's da keinen Fruchtjoghurt gibt. Bayern siegt in Bielefeld. Wolfsburg kriegt 'nen Elfer geschenkt. Die Schmerzen nehmen zu. Die Pupille verengt sich. Sieht nach einer weiteren Folge der Reihe Rheuma-Sprechstunde aus. Gehe vor Nadja ins Bett.

© Henri Hochofen 2010