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Montag Aug 10, 2009

Der alte Mann und das Meer

Zwei Wochen Urlaub, und der Traffic bricht ein. Bevor der Alltag mein Burn-Out-Syndrom reaktiviert, muß ich von meinen Angelerlebnissen sprechen.

Hecht 1

Sonntag bis Freitag verbrachten wir wieder im Waldhäuschen, unweit der Müritz. Am gleichen Steg, an dem sich meine Eltern und Schwiegereltern und Nadja seit zwei Jahren vergeblich bemühen, einen Hecht an Land zu ziehen, werfe auch ich am Dienstag meine Angel aus. Das Scheitern der Konkurrenz beflügelt meinen Ehrgeiz, also experimentiere ich mit der Technik. Zur Verfügung standen Perlmutt-Löffel und Spinner-Angel. Führte den Köder mal nah am Boden, mal höher. Kurbelte mal langsam mal schnell. Die Wassertemperatur war hoch. Das Wasser war klar. Heute weiß' ich, die Hechte standen tief. Nach gar nicht allzu langer Zeit zappelt ein Hecht an der Angel. Um 16:30 rum. Mußte Nadja zu Hilfe rufen. Der Kescher stand nicht bereit.


Nadja übernimmt die unangenehmen Seiten des Fangs. Erschlagen. Kopf abschneiden. Ausnehmen. Der Fisch erfüllt gerade noch die Mindestmaße in Mecklenburg-Vorpommern für Hechte (45 cm). Weil man einem Bayernfan gern Dusel andichtet, oder ihn mit blinden Hühnern und Eintagsfliegen konfrontiert, war klar, ich mußte das Ding wiederholen. An einem der nächsten Tage. Für dieses Abendessen hatten wir genug.

Hecht 2

Am nächsten Tag verfing sich die Angel im Schilf. Ein Bootsangler lästert, ich solle Gummifische nehmen, der Blinker bringe es nicht. Vielleicht hätte ich meinen Fang verschweigen sollen. Zwei Boote scharten sich den ganzen Tag um meinen Lieblingssteg. Zu viele Jäger. Überlasse Nadja das Revier.

 


Am Freitag, nach dem Frühstück, versuche ich noch mal mein Glück. Schnelle Köderführung. Eigentlich hatte ich nicht noch einmal damit gerechnet. Diverse Male hole ich Seetang an Land. Aber dann kann' ich die Angel kaum halten. Dieser Fisch zeigt deutlich mehr Gegenwehr. Beinahe wäre er mir im Schilf verschwunden. Wieder ein Hecht. Weil ich dazu neige, etwas dick aufzutragen, fotografieren wir ihn dieses Mal mit Meterstab. 51 Zentimeter. Den hätten wir sogar in Bayern verzehren dürfen.

 

Obgleich die Gräten tatsächlich für einen Hecht sprachen, und nicht für einen Hai, stellte sich auch bei dieser Mahlzeit ein leises Hemingway-Feeling ein.


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