Sehnsucht nach der Bohème Bourgeoiser End-Dreißiger blickt in eine rosige Zukunft
Haben alle jungen Eltern eine Macke?

Ein Selbstversuch

Zweiter Monat

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Tagebuch von Henri Hochofen

April 2007

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Sonntag, 1. April 2007 (Tante Simone in Berlin)
(21:38 Uhr)

Morgenspaziergang mit Nadja zum Spandauer Hauptbahnhof. Simone und Leopold abholen. Ziemlich viel Gepäck für ein Wochenende. Nickerchen nach dem Frühstück. Koche schon wieder. Nach der gestrigen Kartoffelpfanne. Dieses Mal. Chicoree-Risotto. Erneuter Spaziergang zur Zitadelle. Wegen des Ostermarkts trennten sich die Wege. Simone wollte das schöne Wetter ausnutzen. Wegen der besseren Ernährung der Mütter würden die Köpfe der Babies immer größer. Bei der Geburt. Meinte sie. Einfach so. Nadja muß mit dem Neugeborenen früh schlafen geh’n.

Montag, 2. April 2007 (Alle zehne)
(23:43 Uhr)

Team-Bildungs-Event. Abendessen und bowlen. 110 Punkte bei der zweiten Runde. Spandau liegt in der Einflugschneise, aber nicht vollständig. Frage nie mehr Erich nach dem Weg. Da wart’ ich besser, bis mein Navigationssystem ein Signal empfängt. Was durchaus dauert. Die meisten Nichtraucher, die nichts gegen das Rauchen einwenden, haben Angst vorm Tempolimit. Mutter-Kind-Gruppe ein voller Erfolg.

Dienstag, 3. April 2007 (San Siro)
(22:58 Uhr)

Simone verabschiedet sich mit einer großen Überraschung. Der Baby-Boom geht weiter. Postkarte für Oma. Und ‘ne Schneekugel. Nadja erledigt die Elterngeldbürokratie. Cluster-Problem bei Spring Webflow im Nightly-Snapshot gelöst. Nadja erlaubt mir die Premiere-Kneipe und muß das Neugeborene not-baden. Van Buyten nach Athen tragen.

Mittwoch, 4. April 2007 (Nadja muß mehr essen)
(23:59 Uhr)

Richie und Freundin kommen zurück. Auch Nadja versucht sich an einer Kartoffelpfanne. Sterilisation scheint mir doch nicht mehr die Verhütungsmethode der Wahl. Die Hebamme frägt Nadja, ob sie genug äße. Das Neugeborene sollte schon schwerer sein. Sie empfiehlt Eiweiß.

Kommentar
 
  • A.B. ( 4.04.2007 um 10:38 Uhr )

    Sehr geehrter Herr Hochofen,

    wir, das Team von XY [Name von der www.hochofen.de-Redaktion geändert] suchen momentan für eine neue Reportage eine Person, die offen sagt, dass sie ihre Ration Sex in der Woche oder sogar am Tag benötigt, sonst fühlt sie sich nicht wohl.

    Wäre super wenn du dich bei mir melden würdest. Vll kannst du mir ja sogar weiterhelfen :)

    Liebe Grüße

    A.B.

  •  
  • Henri Hochofen ( 23.04.2007 um 23:52 Uhr )

    Ich rechne meine Ration immer in Lebenszeit um…

  • Donnerstag, 5. April 2007 (Kassensturz)
    (22:04 Uhr)

    Mutiger Blick aufs Konto wurde nicht belohnt. Nun heißt es. Sparen. Sparen. Sparen. Karte für Oma und Großtante. Rechnungen mit Nadjas Dispo bezahlt. Mir gibt man ja keinen. Zorros Shop läuft nicht. OpenBC-Account aufgefrischt. Die Zeit bei der Firma mit der unsäglichen HR-Abteilung aus den Annalen getilgt.

    Freitag, 6. April 2007 (Blutabnahme)
    (22:10 Uhr)

    Die Schwiegermutter moniert, das Neugeborene wäre immer noch so gelb. Sorgen. Fahren ins Krankenhaus. Ikterus prolongatus. Ich durfte draußen bleiben. Zwei Minuten sollten genügen. Für den Stich in die Ferse. Dachte ich. Ein Bild des Grauens. Blutflecken auf dem Laken, auf dem Kopf. Eine Nadel im Kopf. Nie mehr bringe ich das Kind hierher. Beim Ultraschall kann man sich auch ein bißchen mehr beeilen. Und hinterher nicht nur die Geräte abwischen. Billirubin bei 11 noch was. Keine Gefahr. Much ado. Kinder zu Hause haben sich ein Schlemmerfilet gebacken. Bei “Grüne Tomaten” bringt Nadja so einiges durcheinander. Die Freunde der Familie sind froh, daß das Neugeborene nicht Knuth heißt.

    Samstag, 7. April 2007 (Penzberger Modell)
    (22:23 Uhr)

    Während eines nächtlichen Wickel-Intermezzos plane ich das Menü für die Hannover-Homeboys. Nadja wechselt milchtreibend die Brüste. Das Neugeborene läßt sich zum Spandauer Osterfeuer tragen. Wo Bart und Lisa sich ‘ne Gratiswurst braten, Nadja und Richie Fanta trinken und John homeBoy erwägt, ob er einem Rollstuhlfahrer hilft, die Kippe auszurollen. Elizabeth strebt nach akademischen Würden. Die Kinder mußten ausnahmslos ohne Nachtisch ins Bett. Konsequente Fortführung des Penzberger Modells. Dabei wurde die Bayerische Creme dieses Mal sogar von meinen Familienmitgliedern als gelungen bezeichnet. Das Geheimnis liegt in der Blattgelatine. Und im kalten Wasserbad. Ein Mietvertrag fürs Reihenhaus ist so gut wie unterschrieben. John möchte uns seine alte Spülmaschine andrehen. Aber Nadja träumt von einer integrierten Lösung. Bayern bleibt dran.

    Samstag, 7. April 2007 (Karfreitag)
    (23:19 Uhr)

    So kurz nach der Blutentnahme hätte Nadja auf die zehn Milliliter Milch für die Forschung verzichten können. Kinokarten für Richie. Kinder gucken den ganzen Tag fern. Die Läden haben ja zu. Die nächste Geschäftsidee haben auch schon wieder drei andere umgesetzt. Rüdiger möchte für seinen Nebenjob werben. Hannover-Homeboys nehmen Antibiotikum. Das Neugeborene braucht kein Kissen. Auch nicht in Seitenlage. Weil es keine Schultern hat, sagt Nadja. Das Arme.

    Sonntag, 8. April 2007 (Osterlamm geschlachtet)
    (23:18 Uhr)

    Der Osterhase versteckt zwei Tretroller. John holt Semmeln vom Bahnhof. Tretroller erhöhen Spaziergang-Radius. Kommen bis zur Schleuse. An der Echobrücke vorbei. John und Elizabeth freunden sich mit einheimischen Hundebesitzern an. Maggie verweigert die Mütze, die Windel und die Strumpfhose. Offene Projekte: Skifahren an Silvester, Havel-Schifffahrt, Brücke-Museum. Die Soße des Schweinebratens wurde nicht unerheblich gestreckt. Anspruchvolle Kaffee-Lektüre. Bart stellt alle Osterhasen in einer Reihe auf. Lisa hilft bei den Kartoffelknödeln. Nadja meint, Lisa hätte ihren epochalen Erzählstil von John geerbt. Mit der Deggendorfer Gnad’ is’ a recht a Kreiz. An der Spree spült John fleißiger ab als an der Isar. Number Four soll das Osterfest in Wien begehen. In dubio pro reo. Richie fällt ein Konfirmationsgeschenk ein. Wieder friedliches Baden. Unser Abendspaziergang mit dem Neugeborenen bringt uns einen gemeinsamen abendfüllenden Spielfilm ein. Unternehmen Pettycoat. Gewichtszunahme die letzten drei Tage gut. Aber morgen stehen schon wieder zehn Milliliter für die Forschung an.

    Montag, 9. April 2007 (Ostermontag)
    (22:20 Uhr)

    Das Neugeborene wollte den ganzen Tag nicht so recht schlafen. Immer noch gelb. Mittags ohne Mitesser. Einfach nur Nudeln. Und Tomatensoße. Die Wochen zieh’n so schnell vorüber. Claudia wünscht frohe Ostern und meint, unsere momentane Gelassenheit hätten wir nur der Gelbsucht zu verdanken. Leopold hat auch ein Nest bekommen. Und Richie vergißt ihre Hasen.

    Dienstag, 10. April 2007 (Engelslächeln)
    (21:25 Uhr)

    Rückkehr zur Suchtechnologie. Erich doch nicht im Urlaub. Das Neugeborene soll brav gewesen sein und Nadja mehrmals angelächelt haben. BVG empfiehlt mir das Schiff für die Heimfahrt von der Arbeit. Nadja findet schon wieder Zeit für Innovationen in der Speisekammer. Evaluiere Selenium.

    Mittwoch, 11. April 2007 (Ein Wind weht von Süd)
    (23:32 Uhr)

    Wannsee liegt auf LeeWannsee liegt auf Lee. Zurück darf kein Seemann schau’n. Frau Heppel sieht sich die Wohnung und das Neugeborene an. Erich hat ein neues Messer. Ohne Schweinsteiger und ohne Fortune. Traurig. Wenigstens ist die Wannsee-Fähre nicht untergegangen. Number Four fühlt sich zu einem Hesse-Zitat bemüßigt. Aber wie alle Homeboys wissen, hätte letzterer nie anfangen sollen, Fragen zu beantworten.

    Donnerstag, 12. April 2007 (General-Amnesie)
    (23:11 Uhr)

    Selenium tut. Auch im Junit-Test. Versuche, nicht an Fußball zu denken. Die Häme hält sich in Grenzen. Wir haben ja alle zu tun. Hätte auch heute wieder mit dem Schiff fahren sollen.

    Kommentar
     
  • Tobias ( 12.04.2007 um 20:36 Uhr )

    Glückwunsch!
    Ich schenk’ eurem Kind das Grundgesetz!
    Tôbias.

  •  
  • Henri Hochofen ( 24.04.2007 um 00:01 Uhr )

    Denke nicht, dass das Neugeborene Jura studieren will…

  • Freitag, 13. April 2007 (WehLan)
    (23:41 Uhr)

    Das Neugeborene ist versehentlich in der Wiege eingeschlafen. Sagt Nadja. Hat sich die Kräfte gespart. Für den feierabendlichen Spaziergang. Was ich von agiler Entwicklung halte? Der Franz würde sagen. Wir können mit Libero spielen, oder ohne Libero. Das ist scheißegal. Entscheidend ist, daß wir gut spielen. WLAN-Probleme.

    Samstag, 14. April 2007 (Im Spielzeugladen)
    (23:51 Uhr)

    Stuttgart gewinnt. Unsägliches Fernsehprogramm. Das Neugeborene muß während des Spazierens mehrmals gestillt werden. Ein neuer Trend? Eine stinknormale Babyrassel kriegst du nicht in stinknormalen Spielwarenläden. Die eine ist zu groß. Die andere hat eine Batterie. Eigentlich hat Claudia in unseren Diskussionen gar nicht so irrational argumentiert wie ich früher immer dachte. Nadja fühlt sich zum Euter reduziert. Werde das Neugeborene mal darauf ansprechen. Sobald es mir folgen kann. Knuth-Trailer bei Carmen Nebel. The fog. Knuth scheint mittlerweile unproblematischer zu sein als das Neugeborene.

    Sonntag, 15. April 2007 (Übergewicht)
    (00:02 Uhr)

    So much ado. Bayern bleibt im Soll. Bremen leider auch. Schlaf-Nachholbedarf. Das Neugeborene hat ‘nen Ausschlag auf Bauch, Armen und Hals. Beim nächtlichen Stillen grunzt es immer noch sehr laut. Richie erstellt Gästeliste für’s Familienfest. Nach dem Frühstück fällt mal wieder das verschollene Wort mit den drei Buchstaben. Neuer Furtwängler-Krimi jungen Eltern nicht zu empfehlen. Zu meinen 86 Kilo kommen zwei Osterhasen und zwei Tüten Chips hinzu. Das Neugeborene lächelt immer häufiger. In der Seniorenresidenz Bethanien HavelGarten kann man prima mit Nadja Eis essen geh’n.

    Montag, 16. April 2007 (Windel-Entsorgung)
    (22:37 Uhr)

    Beim Kinderarzt hebt keiner ab. Der Ausschlag bessert sich aber. Morgen U3. Das ist keine U-Bahn, wie man Kinderlosen erklären muß. Junit-Tests mit Easymock. Wurde heut’ mal von Erich mitgenommen. Bis zur Heerstraße. Die Schwagerfamilie lernt unseren Blumenladen kennen. Wolle Sie Blume’ gebunde’? Komme’ Sie hie’! Könne’ Sie selbe’ binde! Nadja stapelt gebrauchte Windeln quadratisch übereinander. Habe den Wink verstanden. Vor dem Stillen wollen wir nie wieder die Windeln wechseln. Das Neugeborene vergießt ein erstes Tränchen. Das Arme.

    Dienstag, 17. April 2007 (Beim Altenheim)
    (23:44 Uhr)

    Geblitzt U3. Das Neugeborene wiegt jetzt viereinhalb Kilo. Alles ok. Trotz Gelbsucht. Ausschlag harmlos. Durfte sogar schon mit Nadja in den Arkaden einkaufen. Jemand hat bemerkt, daß ich häufig in der Nähe von Altenheimen wohne. Vielleicht strahlen diese Viertel auf mich Frieden aus. Und wenn man mal auf Kaffeefahrt geht, wird man von der Haustür abgeholt. Wieder mit dem Schiff von der Arbeit nach Hause. Beinahe mit Segelbooten kollidiert. Leichtmatrosen. Das Neugeborene scheint sich in den Kopf gesetzt zu haben, diese Nacht nicht zu schlafen. Idee für eine Glosse. Geblitzt.

    Mittwoch, 18. April 2007 (Gefahren lauern überall)
    (22:31 Uhr)

    Das Neugeborene hat ‘ne Schramme am Kopf. Von den Knöpfen des Kinderwagenaufsatzes. Spring 2.0.4 Bug verschuldet wenig menschlichen Feierabend. Stuttgart muß leider nicht in die Verlängerung. Die Pommesbude um die Ecke hat um zehn schon zu. Scheint mehr so was fürs Mittagessen. Wie bei Herrn Assauer. In Charlottenburg.

    Donnerstag, 19. April 2007 (Tickets abarbeiten)
    (23:53 Uhr)

    Bekomme frei am Tag des Bieres. Nadja meint, ich erzähle zu wenig von der Arbeit. Werde künftig ein paar Jira-Tickets mit nach Hause nehmen, damit sie sich ein Bild machen kann. Jeden zweiten Sonntag im Monat ist ein Kinderwagen-Brunch angesetzt. Jumpy Für einen Kitaplatz-Gutschein braucht man einen Job-Nachweis. Ein halbes Jahr vorher. Sagt Nadja Wanninger. Schramme fast verheilt. Lampe fürs Kinderzimmer besorgt.

    Freitag, 20. April 2007 (Umzug abgeschlossen)
    (23:26 Uhr)

    Geniales Sicherheitskonzept ausgetüftelt. Letzte fehlende Lampe trifft ein. Die fürs Schlafzimmer. Wohnung fürs erste komplett. Komme im Fernstudium endlich über die Semiringe und den Algorithmus von Kleene hinaus. Nadja hat geträumt, daß sie in einer Gaststätte als einziges nichts zu essen bekommt. Die Versuche, das immer häufiger auftretende Lächeln des Neugeborenen digital festzuhalten, scheitern kläglich. Vielleicht sollten wir uns im Interesse der mehrsprachigen Erziehung das königlich-bayerische Amtsgericht auf DVD besorgen.
    .

    Samstag, 21. April 2007 (Die Saison will nicht zu Ende gehen…)
    (22:33 Uhr)

    Neue Erkenntnis. Wenn ich nach vier Uhr geweckt werde, kann ich nicht mehr einschlafen. Kommt jetzt öfters vor. Frühstück im Bett. Bei Lidl gibt’s frischen Blattspinat. Verschieben die Mangold-Pläne. Spaziergang mal in die andere Richtung. Am Zierkirschbaum vorbei. Es hätte ein so harmonischer, wunderschöner Tag werden können. Wenn es da nicht den Fußball gäbe. Bayern geht in Stuttgart unter. Ohne Schweini geht nix. Champions-League nicht mehr aus eigener Kraft zu erreichen. Der Schwule gegenüber präsentiert seinen Waschbrettbauch am Balkon. Erinnert mich an die Waage, auf die ich mich gestern gestellt hab’. 85 + x. Nadja riskiert den morgigen Zoobesuch, indem sie sich im Wohnzimmer die Sportschau reinzieht. Ohne die Tür zu schließen. Fliehe auf den Balkon. Müde. Sehr müde. Das Neugeborene ignoriert die neue Rassel.

    Sonntag, 22. April 2007 (Zoo am Bahnhof (erster Besuch))
    (22:42 Uhr)

    Obwohl der Kinderwagen nicht ins Auto paßt. Und obwohl wir uns zweimal an der falschen Kasse anstellen. Besorgen wir uns zwei Jahreskarten. Für den Zoo. Das Neugeborene verschläft die Attraktion. Vom Stillen abgesehen. Während der Fütterungszeiten der Seehunde sollte man nicht grade vorm Seehund-becken stillen. Aber bei den Elefanten ist es Nadja zu windig. Baby-Baden. Abendessen. Keine Zeit zum Kuchenbacken. Das Neugeborene wiegt jetzt 4.700 Gramm. Wechseln bald auf Pampers 2. Und können hoffentlich die Waage in die Apotheke zurückbringen. Mr. Spock mordet bei Colombo. Hoffentlich erfährt das quiekende Neugeborene nie von dem temporären Spitznamen, den ihm Nadja und Richie diese Woche versetzt haben.

    Montag, 23. April 2007 (Ein kleines Glück)
    (23:08 Uhr)

    Nadja und das Neugeborene wecken mich um halb drei. Besorgen einen Reisekinderwagen, der ins Auto paßt. Elterngeldbürokratie doch noch nicht ganz erledigt. John hat das Reihenhaus nicht gemietet, sondern gekauft. Nußkuchen. Und eine Wassermelone, die die Melone im Namen nicht verdient. Das Neugeborene steht auf den Hintergrundchor von Adamo.

    Dienstag, 24. April 2007 (Das Wetter in Bayern)
    (23:11 Uhr)

    Der Fußball-Häme offensiv entgegengetreten. Überstunden wegen eines Tippfehlers. Spät nach Hause. Das Neugeborene schlief bereits. Und Nadja saß am Balkon. Mit der ehemaligen Küchenbank ist es ganz gemütlich dort. Bayerisches Fernsehen. In der Diaspora ist sogar “Glasklar” ein Bringer.

    Mittwoch, 25. April 2007 (Terror in Niederbayern)
    (22:13 Uhr)

    Wieder Überstunden. Das Neugeborene am Abend nicht mal mit Gesang zu beruhigen. Geschweige denn mit Roy Black. Erich meidet die String-Konkatenation. Jelzin hat ausgetrunken. Sagt einer in der U-Bahn. Richie kassiert Prämie. Das Nicht-Mehr-Einschlafen-Nach-Einem-Unvermittelten-Wecken-Nach-Vier wird chronisch. Interessante RAF-Runde vor den Tagesthemen. Die Aktion ist gelaufen. Was hab’ ich eigentlich ‘77 gemacht? Simone war noch nicht auf der Welt. Vielleicht lief gerade Trickfilmzeit mit Adelheid. Die Grundschullehrerin hat mich wegen versuchter Masturbation zu Hause angeschwärzt. Frühreif. Hieß es. Sonst schien der Terror im Großen und Ganzen an Niederbayern vorüberzugehen.

    Donnerstag, 26. April 2007 (Fast Food)
    (23:18 Uhr)

    Wann schaffen sie endlich die Browser-Back-Buttons ab. Erich spendiert mir ‘nen Salat, damit ich nicht wieder ohne Essen nach Hause komme. Später noch Döner und Pommes. Das Neugeborene liegt schon wieder im Bett. Hoffentlich muß Nadja keine Antibiotika nehmen.

    Freitag, 27. April 2007 (Neue Hoffnungen)
    (23:20 Uhr)

    Die Werder-Fans unter den Kollegen werden eine Spur bescheidener. Hätte beinahe Nadjas Einkaufsliste auf Arbeit vergessen. Streit ums ideale Gesicht, um Goethes Farbenlehre und um meine Frisur. Menschlich halt. Aber auf die Guillotine hat unser Rat eh niemanden g’schickt. Auf Schalke beginnt das große Zittern.

    Samstag, 28. April 2007 (Saison-Ende)
    (22:23 Uhr)

    Das Neugeborene trägt ‘ne Bauchbinde und hat schmutzige Füße. Schon wieder ist nachmittags um fünf das ganze Wochenende im Arsch. Heimniederlage. Alles grau. Auch das Neugeborene wirkt unglücklich. Die Bayernfans unter meinen Kollegen werden eine Spur bescheidener.

    Sonntag, 29. April 2007 (Pampers 2)
    (23:03 Uhr)

    Sortiere die Papiere. Und entdecke, daß Nadjas Handy-Verträge gestern automatisch verlängert wurden. Hoffen auf Kulanz. Ausflug nach Kladow. Picknicken. Das minutiöse Führen eines Haushaltsbuches scheint die Ausgaben zu drosseln. Die Fünf-Kilo-Marke ist gefallen. Das Neugeborene steigt um. Auf Pampers 2.

    Montag, 30. April 2007 (Henri allein zu Haus)
    (23:29 Uhr)

    Extra früh zur Arbeit. Wegen zu erwartender Bugs. Es kam aber nix. Verfeinere meine Selenium-Tests. Nadja holt Richie vom Bahnhof ab und läßt mich 20 Minuten mit dem Neugeborenen allein. Ging gut. Das Buch “Warum Babies weinen dürfen”, im Bad, will mir nicht gefallen. Erich versucht, jemandem seine Schönheitsreparaturen anzudrehen.

     
     

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