Sehnsucht nach der Bohème Bourgeoiser End-Dreißiger blickt in eine rosige Zukunft
blockbuster and entertainment

leben mit premiere

und mit vier fernbedienungen

2003

2004

2005

2006

2007

2008

Tagebuch von Henri Hochofen

April 2008

<<<   aktuell   >>>

Dienstag, 1. April 2008 (Nichts Neues vom Straßenstrich)
(23:30 Uhr)

Man sollte sich an der Oranienburger Straße vorsichtig von seinen Freunden verabschieden. Zumindest fand Dieter es unangenehm, am Straßenstrich mit dem Vornamen angesprochen zu werden. Premiere. Heute. Das größte Spiel seines Lebens. Verzichte auf meinen Anteil am Tiramisu. Das Baby hat wieder Appetit. Und mir ist übel. Die Kopfschmerzen könnten noch mit gestern abend zu tun haben.

Mittwoch, 2. April 2008 (Das darf doch wohl nicht wahr sein)
(22:57 Uhr)

Je später der Abend, desto schöner die Tickets. Dieter wird nach Stunden bezahlt. Apple arbeitet weiter am neuen Image. Hoffentlich litt das Baby nicht an meinen Bauchschmerzen. Nadja hat den Vermieter über die verrichtete Notdurft in Kenntnis gesetzt, und daß wir uns deswegen keine Schaufel kaufen wollen. Kommentar. “Das darf doch wohl nicht wahr sein!” Vielleicht können wir das Haus bald wieder über den Vordereingang betreten. Ein Unit-Test zum Einschlafen.

Donnerstag, 3. April 2008 (Einzelbetreuung)
(23:06 Uhr)

Apple spricht schon wieder ein bißchen, möcht’ es aber noch nicht an die große Glocke hängen. Kindergarten-Tante schickt das Baby nach Hause. Weil Einzelbetreuung nicht möglich sei. Und er sonst immerzu heult. Gut, daß Nadja manchmal von zu Hause arbeiten kann. Nächsten Donnerstag wird die Kita bestreikt. Und in drei Wochen geht die ganze Belegschaft auf Fortbildung. Adieu, Jahresurlaub. Die Grundübelkeit wandert weiter zu Richie. Der Vermieter hat die Notdurft entfernt. Zumindest auf den ersten Blick. Wer den Cup gewinnen will, muß auch in Getafe punkten können.

Freitag, 4. April 2008 (Berlin ist nicht Belgrad)
(23:12 Uhr)

Mit Erich über die Ehe diskutiert. Ob sie sich zu den alternativen Lebensformen so verhält, wie die Demokratie zu den übrigen Staatsformen nach Platon. Bei einer Volksabstimmung für einen unabhängigen bayerischen Nationalstaat sähe ich in Berlin keine Gefahr. Kollegen stimmen ausnahmslos dafür. Wie leicht ist so ein trunk gelöscht und mein workspace korrumpiert. Zu Hause beim Familienfilm werden die falschen Fragen gestellt. Bei Borat bin ich kurz nach dem netten Joke im Fahrstuhl eingeschlafen. Film nicht für jede Zielgruppe geeignet.

Samstag, 5. April 2008 (Back to black)
(23:27 Uhr)

Niemand kann erklären, wie Amy Winehous als Klingelton auf mein Handy gekommen ist. Verteiltes Einkaufen. Das Baby stolziert blendend gelaunt, von Familienmitglied zu Familienmitglied. Schwiegereltern begleiten Nadja zum Grimnitzsee. Premiere weckt Interesse. Den Mehl- oder Holzwürmern soll mittels Ikea-Vorratsboxen der Garaus gemacht werden. Filme des Abends. Fragile. Und. Departed- unter Feinden.

Sonntag, 6. April 2008 (Die Trotzphase beginnt)
(23:42 Uhr)

Das Baby hat seinen ersten Backenzahn und jauchzt und gluckst am Kinderspielplatz. Nadja und Richie joggen an der Havel. Bayern dreht einen Rückstand mit zehn Mann. Meisterlich. Das Baby versucht, geschlossene Türen durch zorniges Geschrei zu öffnen.

Montag, 7. April 2008 (Drei Nachtmahlzeiten, sonst schrei’ ich)
(22:45 Uhr)

Igor zieht meinen Optimismus in Zweifel. Auch der nächste Spandauer Kollege wohnt in einem ungünstigen Viertel. Bei uns im Büro bin ich das einzige Streikopfer. Das Baby turnt bis 21:00 Uhr durch die Wohnung. Ißt zweimal zu Abend. Verlangt im Bett eine Zweit, ja sogar eine Drittmilch. Und bekommt später sogar noch etwas Banane. Hoffentlich läßt sich das auf einen weiteren Backenzahn zurückführen. Sonst les’ ich mir das Gerichtsurteil über die fehlende Umgangspflicht von Eltern mit ihren Kindern nochmal durch.

Dienstag, 8. April 2008 (Terror im Kinderzimmer)
(23:42 Uhr)

Das Kleinkind versucht, nachts um zwei seinen Willen durchzusetzen. Brüllt zornig. Deutet zur Tür. Will essen. Weckt die ganze Familie auf. Vielleicht hätten wir heut’ konsequenter sein müssen.

Mittwoch, 9. April 2008 (Insgesamt 2713 ungesühnte Vergehen)
(22:54 Uhr)

Igor zeigt mir seinen Pagerank. Dieters Polt-Zitat geht nach hinten los. Meine föderalistischen Ideen werden falsch interpretiert. Gucken. Wer früher stirbt, ist länger tot. Wirklich bezaubernd. Sogar Nadja, viel mag sie nicht verstanden haben, schien ganz gerührt. Das Kleinkind will nicht auf die Nachtmahlzeiten verzichten.

Donnerstag, 10. April 2008 (Neue Nahrung für den Mythos “Fc Bayern”)
(23:12 Uhr)

Haarschnitt überfällig. Aus dem Spiegel blickt ein Bild des Grauens. Eher Pippi Langstrumpf als Einstein. Der Kita-Streik findet tatsächlich statt. Statt Effective-Date-Pattern wähle ich eine schnöde Abwärtskompatibilität und nehme einen halben Urlaubstag, um Nadja abzulösen. Das Baby spielt über weite Strecken sehr selbständig. Wieso macht man manche Fehler zweimal. Hab’ mir eine angebliche Unviversalfernbedienung gekauft, die mit dem DVD-Recorder gar nicht und mit dem Fernseher nur bedingt klar kommt. Dem Baby gelingt es bisweilen, zwei Legosteine zusammenzustecken. Nadja hat ihren freienn Abend und das Uefa-Cup-Spiel beginnt. Doch das Baby zeigt sich völlig unbeeindruckt. Verpasse die rote Karte.
82 Minuten gespielt. 1-0 für Getafe. Hol’ das Moleskine raus. Aus Verzweiflung. Rauchen kann man hier ja nicht. 84 Minuten gespielt. 88. Minute. Tooor! Aus dem Nichts. Ribéry. Verlängerung! Nadja liegt längst im Bett.
105 Minuten gespielt. 3-1 für Getafe. Scheiße. Scheiße. Scheiße.
Luca Toni macht noch zwei rein. Hab’ ja nun auch schon einiges mitgemacht. Aber so was. Sogar Apple und Erich hatten mitgefiebert. Ingo kann sich nicht freuen, zu amateurhaft über weite Strecken.
Ich kann mich freuen.

Freitag, 11. April 2008 (Nachlese)
(23:26 Uhr)

Die Berliner in Bus und S-Bahn unterhalten sich über das Spiel. Der Mythos lebt. Verdrücke ein Tränchen. Muß auf Arbeit das ein- oder andere Zigarettchen mehr rauchen. Zur Spielnachlese. Tolstoi möchte am Wochenende ins Berghain. Nicht mit Turnschuhen. Meint Erich. Das Baby ins Bett zu bringen, ist kein Job mehr für eine Person allein. Werden die Milchflasche abschaffen. Sonst wird das nichts mehr.

Samstag, 12. April 2008 (Reifenfrühstück)
(23:33 Uhr)

Unser Autohaus lädt ein zum Reifenfrühstück. Und wir Deppen fallen darauf herein. Das Angebot hätte nur für Kompletträder gegolten, sagte der Meister, als Nadja schon am Buffet zugeschlagen hatte. Beim nächsten Mal gehen wir gleich zu reifen.com. Nadja träumt vom großen Ausflug. Von Wald. Ruhe. Und Freiheit. Ich studiere das Fernsehprogramm. Und träum’ von einem schlafenden Baby. Und vom Kanapee.

Sonntag, 13. April 2008 (Meisterlich)
(22:40 Uhr)

Kaiserwetter. Ausflug an den Sacrower See. Ruhe. Weite. Und ein glückliches Baby, das aufgeregt durch den Wald stapft. Richie geht joggen. Bayern führt nach zwanzig Minuten 4-0 gegen Dortmund. Nadja schneidet mir die Haare. Da kann man auch mal einen RTL-Zweiteiler ertragen.

Montag, 14. April 2008 (Paprika mit rollendem “R”)
(22:22 Uhr)

Nadja schläft nicht viel. Apple geht angeln. Dieter ist künftig vorsichtiger. Das Baby ißt mir die eingelege Paprika weg. Neben der Tomate. Die “Papr” vermag er sogar fast beim Namen zu nennen. Seine Lieblingsvideos auf YouTube sind nach wie vor. Schnappi und Biene Mama. Merkel trägt weiter Dekolleté.

Dienstag, 15. April 2008 (Versicherungen)
(22:31 Uhr)

Tschetschenien stellt seine Ergebnisse vor. Was bewertet Google höher. 301 oder 404? Die neuen Milchrichtlinien bewähren sich. Die blauen Gitanes sind mir zu stark. Die Zeit der Big-Bang-Merges ist vorbei. Neues Wort. Hai für Hatschi. Immer wieder Berlusconi. Von einem fürchterlichen Code Review geträumt. Das Baby versucht, große Kuscheltiere in das fünfmarkstückgroße Fach seines Bobby-Cars zu stecken. Tomaten, Weintrauben, Joghurts und Notebooks müssen versteckt, Ablenkungsstrategien geschickter eingefädelt werden. Wer weiß, daß er keine 80 wird, sollte keine Rentenversicherung abschließen, zitiert Nadja die Stiftung Warentest. Wer riestert, sollte nicht rauchen. Und die Grundsicherung nicht unterschreiten. Der Berliner Senat mißachtet die Würde des Volksentscheids. Fünf Jahre Legislaturperiode ist mir zu lang.

Mittwoch, 16. April 2008 (Meisterkurs)
(23:37 Uhr)

Die Tschetschenen besuchen eine Kneipe mit dem Namen Russen-Imbiß. “Fast so groß wie der Deutsche Bundestag.” Apple schickt selbige ins Vergnügungsviertel und warnt vor der Kastanienallee. Mein Englisch wird nicht besser. Ich soll verstärkt zur Hausarbeit herangezogen werden. Bayern dreht das dritte Auswärtsspiel hintereinander.

Donnerstag, 17. April 2008 (Dick sein, ist ‘ne Quälerei)
(23:46 Uhr)

Der Aktienkurs erinnert Apple an eine black box. Makrofizierung hört sich ungesund an. Wieso werden mir in meinem Gmail-Account ständig solche Anzeigen präsentiert? Schnell zum flachen Bauch - bauchweg.slim-expert.info - Bis 16 kg in 4 Wochen, schnell und schonend abnehmen. Sofort Erfolge! Ich hasse kontextbezogene Werbung.

Freitag, 18. April 2008 (Vierter Schreibtischwechsel)
(20:59 Uhr)

C.C. Baxter zieht mal wieder eine Etage höher. Es fehlen Telefon und Netzwerk auf Buchse zwei. Viel Durchgangsverkehr. Viel Ablenkung. Viel Alkohol. Wenn das Baby zwanzigmal im Kinderbuch auf einen Schlüpfer zeigt, vergeht weniger Zeit als Nadja denkt. Ein Bitte kann man auch an den Augen ablesen. Das DFB-Pokalfinale wirft seinen Schatten auf Berlin und Kollegen. 150 Euro für eine 35-Euro-Karte. Hätt’ ich höchstens für’s Championsleague-Finale bezahlt.

Samstag, 19. April 2008 (… und werden Deutscher Meister)
(22:49 Uhr)

Schau’ mir ein paar SCJP-Testexamen an. Ausflug nach Prenzlberg. Gebrauchtfahrrad besorgen. Ambiente etwas cooler als in Spandau. Auch wenn die Fritten im Fettnapf nicht durch waren. Kurz vor’m Pokalfinale verschlechtert sich mein Allgemeinzustand. Schwindel. Frieren. Nach dem Ausgleich hab’ ich Getafe hoch minus eins im Kopf. Aber. Es ging ja nochmal gut. Wann immer ein Mann nach dem Spiel. Ohne Mikrofon und allein. Auf dem Rasen steht. Jeder Sportreporter muß sich anschließend an Franz Beckenbauer erinnern. 1990. Alles andere wäre unhöflich.

Sonntag, 20. April 2008 (Mehrere Erkältungen und ein Todesfall)
(23:19 Uhr)

Das Meerschwein ist gestorben. Einfach eingeschlafen. Bahre es in einem Schuhkarton auf. Nadja übernimmt die Beerdigung. Bei Weizsäckers im Garten. Ein bißchen Heu für unterwegs. Und drei Vergißmeinnicht auf den Grabstein. Ansonsten bleibe ich den ganzen Tag im Bett und versuche, mich auszukurieren. Die Testfragen im Sun-Trainingscenter scheinen deutlich einfacher als auf der Learnkey-Software.

Montag, 21. April 2008 (Wer ist erkälteter?)
(23:29 Uhr)

Schleswig-Holstein gilt als schwieriges Terrain. Frühling in Berlin. Endlich. Bugfix mit Bug. Hotfix auf Eis. Dea hat mehr Zeit zum Fußballspielen. Der Neffe hat 0-7 verloren, ihn trifft aber keine Schuld. Nadja scheint Erkältungslos mit mir zu teilen. Dem Baby dagegen kann nicht mal ‘ne Impfung was anhaben.

Dienstag, 22. April 2008 (Im Musical)
(23:49 Uhr)

Gestern Nadja. Heute bleibe ich zu Hause. Das Kita-Personal ist auf Fortbildung. Daß es mit der Mama-Papa-Zuordnung nicht so ganz klappt, kann nicht länger von der Hand gewiesen werden. Allein an diesem Morgen wurden sowohl eine Banane als auch ich eindeutig mit Mama bezeichnet. Sämtliche Männer aus der Fernsehzeitung heißen Papa. Darunter auch Professor Hademar Bankhofer. Eiscreme ist dem Baby zu kalt. Schwiegereltern kommen zum Babysitten. Gehen ins Theater. Berliner Ensemble. Uriges Interieur. Dreigroschenoper. Hab’ ich noch nie zuvor auf der Bühne gesehen. Wie ein Musical inszeniert. Schöner Abend. Nutzen den Reservierungsservice für die Pause. Getränke und ein Weigelteller, der jedoch nichts mit Theo, sondern nur mit Helene zu tun hatte. Fahrrad zeigt die ersten Macken. Bicycle-Repair-Man werd’ ich nie.

Mittwoch, 23. April 2008 (Dog extends Animal)
(23:05 Uhr)

Hole mir am Vormittag das Sun Programmer Zertifikat. In Anbetracht eines englischen Übungsbuchs und englischer Übungsfragen, muß ich davon abraten, den Test auf Deutsch zu machen. Zumindest wenn man, so wie ich, noch nie was von einer “Exemplarvariablen” gehört hat. 8 von 72 Fragen waren falsch. Das Wetter am Welttag des Buches und Bieres wie fast immer gut. Bin mit dem Baby in den Zoo. Ein letztes Mal die Jahreskarte ausnutzen. Das Baby begrüßt die Elefanten mit einem fröhlichen Trompeten. Ebenso die Robben. Na ja. Auch grau. Wohnen der Fütterung bei. Bananenkauf kann mit dem Kind problematisch werden. Richie mag keine Nüsse im Kuchen. Verdrücke ein Tränchen bei “Walk the line”. Neue Weißbiergläser zum Tag des Bieres. Stoibers Reden gibt es jetzt als CD. Von der Biermösl Blosn untermalt. John HomeBoy will den öffentlichen Dienst verlassen und sich mehr mit den Krankenkassen schlagen.
Die großen Ferien sind nah. Kreuzigung erfolgte unter Tiberius. In Sachen Belletristik nennt John immer Hölderlin und Tschechow. Ansonsten gilt für die Literaturauswahl der Grundsatz. Eher Thukydides als Herodot. Ich möchte mal wieder was richtig Unterhaltsames. Und beginne mit “Schiffbruch mit Tiger”. Von Yann Martel. Liest sich leicht. Potter hätt’ nen Job für mich.

Donnerstag, 24. April 2008 (Wieder nur 1-1)
(22:58 Uhr)

Vormittags Statistikauswertungen. Bloß kein Konzept ausarbeiten. Netzwerkbuchse läuft immer noch nicht. Die Bassgitarre verschickt Kettenbriefe. Und Bayern macht’s wieder spannend. Mein Krankheitsgefühl steigt.

Freitag, 25. April 2008 (Die Pampers ist zu klein)
(23:01 Uhr)

Heut’ bin ich wieder zu Hause. Man kann sich den ganzen Tag damit beschäftigen, dem Baby Essen zu geben und anschließend die Spuren der Mahlzeiten aufzuwischen.
Einkaufen ist langweilig
Breie und Gläschen löffelt es gern selbst. Beim Mittagsspaziergang komme auch ich zu einer Stulle. Ja, ich assimiliere mich. Am späten Nachmittag war es dann soweit. Der größte Schiß seines noch so jungen Lebens. Und Mami war nicht da. Richie hilft beim Notduschen. Schmeisse alle Textilien in die Badewanne. Darunter auch meine Jeans. Beim Transport zur Badewanne muß was auf den Badteppich gefallen sein und ich mich drauf gekniet haben. Unglückliche Umstände. Das Baby schläft beim Einkauf ein. Nicht wach zu kriegen. Als Nadja von der Arbeit kommt, erreichen meine Erkältung und mein Erschöpfungszustand den Höhepunkt.

Samstag, 26. April 2008 (Gedichtinterpretation)
(23:05 Uhr)

Nadja und Richie möchten shoppen gehen. Ohne Baby. Dafür darf ich den ganzen Vormittag ungestört im Bett liegen bleiben. Trotzdem. ACC-Akut. Und eine Familienpackung Papiertaschentücher bremsen das Vergnügen. Das Baby spielt sehr schön Verstecken. Am liebsten hinterm/unterm Tisch. Das mit den Legosteinen klappt auch immer öfter. Dr. Dieter Porth, ein zweifellos großer Kenner zeitgenössischer Poesie, hat ein Gedicht von mir in die Hitparade aufgenommen (Padina - Hitliste der zeitgenössischen, deutschen Internetgedichte). Endlich mal einer, der sich über meine Gedichte Gedanken macht. “Programmiersprachen verdichten Aktion in Sprache. Manche Gedichte verdichten Aktionen in Sprache. Das Programm zum damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder ist ein Gedicht, welches sich wohl auch einem Nicht-Programmierer erschließt (Anmerkung: Mächtige Programme sind immer einfach. Man vergleiche das Programm mit der derzeit regierenden Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Die Abstände zwischen den Hust-Attacken nehmen wieder zu. Film des Abends. Déjà-vu, Wettlauf gegen die Zeit.

Sonntag, 27. April 2008 (Das Double sollt’ im Kasten sein…)
(19:48 Uhr)

Nadja hat’s doch auf mein Tiramisu abgesehen. Das Baby läuft den ganzen Nachmittag im brasilianischen Nationalmannschaftstrikot ‘rum. Bayern grüßt den Titelverteidiger. Heut im bayerischen Tatort treffen wir auf einen Schauspieler, der nicht g’rad für seine Taxi-Trinkgelder berühmt ist. Mein Remote-Zugang ist endlich eingetroffen. Die Bruschetta-Pampe enthält Nadja zu viel Knoblauch. Der Meerschweinchen-Käfig ist in den Keller gewandert. Vielleicht hab’ ich es mit meinen Warnungen etwas übertrieben. Aber “Nein” ist und bleibt das Lieblingswort des Babies.

Montag, 28. April 2008 (Der Teddy heißt jetzt Hobbes)
(21:12 Uhr)

Ein Ticket wird wegdiskutiert. Ein Ticket wird ergänzt, nachdem ich es eigentlich erledigt habe. Ein Anrufer aus München spricht nicht auf’s Band. Finanzamt in der Deroystraße erteilt mir aus organisatorischen Gründen eine neue Steuernummer. Das Baby ist im Kindergarten auf die Nase gefallen. Schürfwunde. Kollegen gratulieren zur Meisterschaft. Klinsmann wegen Sammer nicht beim DFB geblieben. Sammelt erste Punkte bei mir. Streitereien um das Kürzel HH. Irisch Radisch mag nicht glauben, daß Schiffbruch mit Tiger den Booker-Preis erhalten konnte. Das Baby schmeißt fleißig Essen und Bücher auf den Fußboden. Heut’ Nacht stand er in seinem Bett. Ohne Schnuller. Aber erstmals. Mit Teddy unter’m Arm. Der Lauser erinnert mich an Calvin.

Dienstag, 29. April 2008 (Monogamie, Melancholie und Kopfschmerz)
(23:25 Uhr)

Das Baby schläft besser. Stechende starke Kopfschmerzen, einseitig links. Habe normalerweise nie Kopfschmerzen. Denke an Tumor und Tod. Nadja denkt an ‘ne Trigeminus-Neuralgie. Versuch’ ’s erst mal mit kalten Waschlappen. Bin am Morgen beschwerdefrei aufgewacht. Berliner Zeitung titelt. NEUE STREIKWELLE BEDROHT BERLIN. Was hab’ ich mir da für eine Wahlheimat ausgesucht. Erst nehmen sie uns Tempelhof. Und jetzt rüsten auch die Kitas wieder zum Arbeitskampf. Erich meint, Streiktage sollten ihnen von den Schließzeiten abgezogen werden. Wenn in der S-Bahn eine Scheibe eingeschmissen wird, bekommt der Wagen ein Schild “Türstörung” verpaßt und wird den ganzen Tag leer durch die Gegend gekurvt. Nadja möchte am Abend unbedingt Bully sucht die starken Männer gucken. Mir genügen fünf Minuten.

Mittwoch, 30. April 2008 (Das Fahrrad tut)
(23:45 Uhr)

Kopfschmerzen kommen zweimal wieder. Jeweils für ein paar Minuten. Hoffe, sie lassen sich auf die Nebenhöhlen zurückführen. Das Baby schläft durch. Das neue Fahrrad übersteht Kopfsteinpflaster und Waldwege zur Arbeit ohne Probleme. Da Vincis Tauftermin steht nun fest. Der gleiche Pfarrer wie bei uns. Nadja will kein Brot mehr bei Lidl kaufen. Weil Wallraff sich dort eingeschmuggelt hat.

 
 

Last, but not least ...         
Henri Hochofen zu
Frühlings-Intermezzo in München
München-Kenner zu Frühlings-Intermezzo in München
Henri Hochofen zu Ein echter Niederbayer
Falk H. zu Ein echter Niederbayer
Henri Hochofen zu Armes Baby
Tobias zu Armes Baby
Henri Hochofen zu Nikolaus
Henri Hochofen zu Armes Baby
S.L. zu Nikolaus
Tobias zu Armes Baby

© Henri Hochofen 2007