Sehnsucht nach der Bohème Bourgeoiser End-Dreißiger blickt in eine rosige Zukunft
Als die Eltern laufen lernten

darf man sieben monate alten babies strategie unterstellen?

theo macht mobil

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Tagebuch von Henri Hochofen

Oktober 2007

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Montag, 1. Oktober 2007 (Wei’s wurst is…)
(22:53 Uhr)

Frühstück in Dahlem. Nein, ich esse kein Weißwürste. Erich bekommt Fischplatte. Ich wette nicht mit Erich. Merkwürdiges Firefox-Cache-Verhalten bei iframes. Reicht der Bafög-Höchstsatz heutzutage aus? Wieso stimmt der Bedarf nicht mit den Düsseldorfer Tabellen überein? Der Versicherungsagent antwortet nicht mehr. Happy-End am Checkpoint Charlie. Theo schläft sehr unruhig. Arbeitshypothese. Zähne.

Dienstag, 2. Oktober 2007 (Veilchenwurzel)
(23:46 Uhr)

Kopier’ mir ein paar Seiten aus Erichs Data-Mining Buch. Cinderella bekommt doch keine eigene Suchmaschine. Theos Leidenschaft für Fernbedienungen und Computermäuse ungebrochen. Obwohl Nadja in der Apotheke Veilchenwurzel besorgt hat, leidet Theo weiter. Ein Baby soll 20 Zähne bekommen. Kurt Beck möchte Agenda 2010 zurücknehmen. Mit der Agenda 2008. Meine sportlichen Aktivitäten lassen schon wieder nach. Nadja legt in Sachen Comic einen Zwischensprint ein.

Mittwoch, 3. Oktober 2007 (Geile Zeit)
(23:39 Uhr)

Richie schreibt Praktikumsbericht. Wir freuen uns auf’s Einheitskonzert am Brandenburger Tor. Möchten Juli sehen. Parken direkt am Reichstag. Ohne die Urschel wär’st du jetzt nicht da! Hab’ ich Theo belehrt. Jedoch. Es ist zu voll. Mit Theo kann man da nicht rein. Treffen uns mit den Schwiegereltern auf der Wiese vor’m Reichstag. Hören wenigstens was. Vom Juli-Konzert. Nachbesprechung zu “Die Frau vom Checkpoint-Charlie”. Auch Frau Ferres punktet in der Familie. Der Flachbettscanner kommt mit Nadjas letztem Papier nicht klar. Müssen die Scans nachbearbeiten.

Donnerstag, 4. Oktober 2007 (Eine Runde weiter)
(22:52 Uhr)

Theos Zahn immer noch nicht da. Nil-Heimatedition. Heute. Donau. Bielefeld ist nicht Piräus. Und Belenses nicht Benfica. Schreckliche erste Halbzeit. Nennenswert nur. Zigaretten, Bier und Chips.

Freitag, 5. Oktober 2007 (Mamababa)
(22:07 Uhr)

Hab’ mir explizit Zeit für Jira genommen. Theo brabbelt Baba- und Mama-Laute. Habe den Eindruck, er versteht die beiden Worte schon. Noch immer kein Zahn. Dr. Kollmar rettet seine Kindergartenliebe. Der Nachbar möchte nach Baden-Württemberg. Weil’s dort Arbeit gibt. Ohne Ende. Und bereitet uns auf unsere Heizkostenrechnung vor.

Samstag, 6. Oktober 2007 (Wütendes Baby)
(23:39 Uhr)

Die Supereröffnungsangebote bei Babymax galten nur letzten Samstag. Gottseidank. Sonst hätten wir einen Auto-Kindersitz, der bei Stiftung Warentest nur mit “Befriedigend” abgeschnitten hätte. Suchen noch ein Taufgeschenk. Spaziergang durch Steglitz. Würde ich Spandau vorziehen. Studieren in Hannover soll sehr teuer sein. Ab einem gewissen Alter muß man nicht mehr jedes Wochenende Tango tanzen. Geschweige denn die Sau rauslassen. Man soll uns Bechterewler am Laufstil erkennen. Damit steht auch John Wayne unter Verdacht. Theo muckt erstmals auf. Gegen die neue Einschlafstrategie. Fordert und bekommt um elf eine Extraportion Milch und weigert sich, in seinem Bettchen einzuschlafen.

Sonntag, 7. Oktober 2007 (Phase of defiance)
(23:38 Uhr)

Unsere beiden Besucher erkundigen sich unabhängig voneinander nach den Rieselfeldern. An einer Krone werde ich wohl nicht vorbei kommen. Theo verzehrt richtige Butterbrote (klein geschnitten) und zieht erstmals Schränke, Regale und Kommoden in seine Erkundungstouren ein. Nur noch mit List ins Bett zu legen. Die Trotzphase kann heiter werden. Bayern so wie man sich’s wünscht. Der Tatort nicht. Beck glaubt, die nächste Wahl sei nur über alte Arbeitslose zu gewinnen. Münti will hart bleiben. Und Merkel wartet die Umfragen ab. Das Land Steiermark schickt ‘ne Anonymverfügung. 35 Euro. Wegen Verkürzung der Parkgebühren.

Montag, 8. Oktober 2007 (Bahnprivatisierung verhindern)
(23:02 Uhr)

Ehrgeizige Planungen. Am Release-Plan soll nicht gerüttelt werden. Schließlich will Nirvana in die Flitterwochen. Neuerlicher Kampf mit dem Eclipse-Profiler. Theo bekommt eine Kiste Duplo-Lego. Philosophie des Haares im Fischsalat. Und der Anomalie des Großwerdenwollens. Fünfzig auf der Überholspur findet Nadja nicht so prickelnd. Richie freut sich über ein Mitbringsel von McDonalds. Dagobert-Doku. Hab’ das nicht so mitbekommen. Ein charmanter Ganove. Obolus für Attac im Kampf gegen die Bahnprivatisierung.

Dienstag, 9. Oktober 2007 (Ich entscheide mich für pures Leitungswasser und verabschiede mich von Bonaqa)
(22:11 Uhr)

Nadja läßt sich ein Zeugnis im Internet anfertigen. Theo weiter zahnlos, aber sehr agil und gefräßig. Der Logan braucht Winterreifen. Soll man bei einer 1:1 Migration Bugs mitmigrieren? Ingo erkundigt sich, auf Besinnungstagen von der Außenwelt abgeschnitten, nach den Stationen auf dem Weg zum Uefa-Cup-Sieg. Kerner wirft Herman aus der Sendung. Tolle Leistung. Bloß weil Kerner nicht mit dem Holocaust zu vergleichen ist, darf man ihn dennoch nicht verharmlosen. Der Zentralrat der Juden ist auch wieder groß in Fahrt. Was Dejagah und Herman anbelangt. Karl würde den Nobelpreis nicht mit einem Franzosen teilen.

Mittwoch, 10. Oktober 2007 (Abschminktücher)
(22:49 Uhr)

Jprofiler scheint mir zuverlässiger als Your Kit. Rollenspiel im Englisch-Unterricht. Manager streichen blue collar workers den Zuschuß für’s Rugby-Team. Nadjas Einkaufsliste enthält Abschminktücher. Find’ ich nicht bei Lidl. Pampers im Angebot. Der neue bayerische Landesvater bereitet den Abschied vom Transrapid vor. Nur zehn Minuten nach seiner Wahl. Die Nobelpreise purzeln. Und wann kickt die SPD ihren nächsten Parteichef? Oder Minister? Haben immer noch keine Tauf-Bilder entwickeln lassen. Und keine Winterreifen bestellt. Unser Autohaus macht uns ein Angebot, das wir ablehnen können.

Donnerstag, 11. Oktober 2007 (Operation Krabbeln beginnt)
(23:57 Uhr)

Caches ohne Ende. Theo gelingt es am Abend erstmals, den Po zu heben und einen kurzen Moment in dieser Haltung zu verweilen. Tosender Applaus der Familie. Fotoalbum bei Lulu kreiert.

Freitag, 12. Oktober 2007 (Schöner wohnen)
(23:39 Uhr)

Besuchen die Hannover-Homeboys. In ihrem neuen Mehrfachhaus-Sechstel. Nadja liest mir während der Fahrt ein bißchen Sloterdijk vor. Außerdem streifen wir das weite Feld des Ossi-Wessi-Klischees. Elizabeth gibt eine Einführung in die Schizophrenie. Lemminge, die sich gelegentlich für Bergziegen halten, wären eher den multiplen Persönlichkeiten zuzuordnen. In China sind die Häuser eckig. Wie bei uns. Wohingegen chinesischer Fertig-Moonkuchen mit Silikat-Beutelchen ausgeliefert wird. Theo amüsiert sich über die große Kugellampe in seinem Zimmer. Lisa hat weiterhin den Kopf voller Geschichten. Bart schläft in der Küche. Und Maggie schleudert ihre Puppe auf den Boden. Was mich ein besonders wachsames Auge auf Theo werfen läßt. Schafe überwintern in der Gefriertruhe. Auch Elizabeth hat seit Jahren nicht mehr ausgeschlafen. John scheint sich in letzter Zeit sehr mit Hiob, Hölderlin, Hegel und Kant zu beschäftigen. Und mit der automatisierten Kinderbetreuung.

Samstag, 13. Oktober 2007 (Der Zahn ist da)
(23:05 Uhr)

Theo möchte sein 2. Frühstück relativ früh zu sich nehmen. Die Kaffeemaschine gibt den Geist auf und wird trotz Johns Reparaturplänen durch eine neue ersetzt. Fahre mit Theo allein in den Tiergarten. Erstmals ist er mehr als fünf Kilometer von der Mutter entfernt. Lassen uns im Hotel ein großes Gläschen warmmachen. Der Rest der Gesellschaft macht sich im praktischen Hannover auf Schuhe-Suche. Flaniere stundenlang durch den Tiergarten. Bis zum traditionellen Laternenumzug. Mit viel Rabimmel und wenig Gesang. Theo muß zwei Zähne bekommen haben. Als er mit mir alleine war. Hüpfburg, Rehe, Wildschweine, Dixie-Clos. Eine Supernova macht noch keine Sternschnuppe. Die Damen frieren leicht. Abends gibt es meine fünfte Kürbiscreme-Suppe in diesem Herbst. Wann ist endlich Halloween? Die Zigarette danach bedeutet in Hannover, daß die Kinder im Bett sind. Abends blicke ich teilweise in sechs geschlossene Augen. Johns musikalische Ambitionen scheinen zu wachsen.

Sonntag, 14. Oktober 2007 (Beinahe Fondue)
(22:35 Uhr)

Kein Fondue. Kein böser Mann. Heute. Im Fernseher. Harry Potter im Schlafzimmer von Elizabeth und John. Der Zahn ist da. Wo bleibt der Pinzettengriff? Drei Minuten nach Abfahrt muß Nadja das erste Mal austreten. In Spandau erwartet uns ein Straßenfest und eine Gruppe Peruaner mit Verstärker vor unserem Wohnzimmer. Werden Losbuden überhaupt kontrolliert? Ohne Spielzeugschrank werde ich bei Nadja das Penzberger Modell nicht durchdrücken können. Reicht nicht “das Charlotte” von Ingo Naujoks? Muß auch noch die Sawatzki Charlotte heißen?

Montag, 15. Oktober 2007 (Münti und das goldene Kalb)
(22:29 Uhr)

Muß mehr auf die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Pausen achten. Mangels Namen beschreibt man mir meinen Ansprechpartner auf einer Skala von “geht so” bis “die hübsche”. Einem Teenager darf man kein trockenes Frischkäsebrot wegessen. Theo schläft sehr raumeinnehmend. Selbst bei 4×2 Metern werde ich an den Rand gedrängt. Franz-Joseph geimpft. Winterreifen bestellt. Gerhard Schröder meldet sich mal wieder aus seinem Dornenbusch. Die Agenda 2010, einst immerhin Anlaß zur Vertrauensfrage, wäre nicht gleichzusetzen mit den zehn Geboten. Und keiner brauche sich als Moses zu begreifen.

Dienstag, 16. Oktober 2007 (The big sleep)
(23:40 Uhr)

Scrum-Disziplin läßt zu wünschen übrig. Simone hat eine Vorahnung. Claudia fordert ein aktuelleres Baby-Foto. Brot und Obst am Abend macht dick. Sagt Nadja. Darum gibt es Steak und Rettich. Theo schläft erstmals seit Elterngedenken die ganze Nacht in seinem Bett.

Mittwoch, 17. Oktober 2007 (Festival of lights)
(23:46 Uhr)

Hasse Javascript-Debugging. Das Release bleibt eine Hängepartie. Blue-Tower-Illumination am Funkturm gelungen. Das Meerschwein hat zu wenig zu essen. Deutschland, dein Sommermärchen ist zu Ende. Hier kommt der Winter. Keine Aufbauhilfe für Podolski. Nadja kränkelt. Kraftausdrücke während der Arbeit fördern den Teamgeist. O mei o mei o mei. Fotobierkrug für Papa bestellt.

Donnerstag, 18. Oktober 2007 (Freiheit der Kunst)
(22:32 Uhr)

Esra von Maxim Biller verboten. Claudia könnte sich vorstellen zu klagen. Wenn www.hochofen.de größere Reichweite besäße. Nadja liest die Urteilsbegründung auch sehr interessiert. Endlosdiskussion und Gegenüberstellung von Kino und DVD. Den Stressfaktor in der Arbeit kann man an der Anzahl von Nichtrauchern mit Zigarette in der Hand ablesen.

Freitag, 19. Oktober 2007 (Windshield wipers slapping time)
(23:11 Uhr)

Halber Urlaubstag. Nadja und Theo gegen Mittag abfahrbereit. Es geht nach Niederbayern. Da Theo manchmal, je nach Verdauung, die neun Kilo überschreitet, darf er den neuen Kindersitz einweihen. Guckt interessiert aufs Lenkrad und findet Scheibenwischer beruhigend. Er fremdelt nicht und stellt der Katze nach. Die heisere Nadja hat das Gefühl überhört zu werden.

Samstag, 20. Oktober 2007 (So schlimm ist die Tapete nun auch wieder nicht)
(23:30 Uhr)

Theo wacht schon um fünf auf. Frühstück im Morgengrauen. Allein. Ohne Großeltern. Das Loch für das zu pflanzende Apfelbäumchen ist bereits ausgehoben. Simones Wohnung besichtigt. Blick auf die Donau. Verhindern Ratten als Kuscheltier Homosexualität? Bayern siegt knapp. Dank Hacke von Ribéry. Die Uroma freundet sich mit dem Gehwagen an. Und wieder blickt Theo in ein verwandtes quietschendes Babygesicht. Sudoku kann recht knifflig sein. Nadjas Russisch nutzt uns in Litauen nichts. Theo bekommt unseren Virus. Oder einen neuen Zahn. Schlafe am Boden.

Sonntag, 21. Oktober 2007 (Apfelbaum (Jonathan) gepflanzt)
(23:54 Uhr)

Theo wirft die erste Schaufel, die man ihm in die Hand drückt, weit von sich. Frei nach dem alten Hammerwerfer-Witz. Der erste Baum ist gepflanzt. Der Sohn gezeugt. Was den Hausbau angeht, erlaube ich mir, mit der Etikette zu brechen. Van Gough wird getauft. Opa kümmert sich während der Zeremonie um Theo. Fräulein Smilla und die Uroma finden, daß sich die Zeremonie in den letzten Jahren verändert hat. Anschließend den Prälatengarten in Metten besichtigt. Die Benediktsäule soll eine aufgestellte Buchrolle darstellen. Von fern sieht sie aus wie eine Zigarre. Esther und Freund informieren sich über Elterngeldformalitäten. Für an Berliner isa net z’wider! Bekommt Theo des öfteren zu hören. Simone darf dem Baby keine Strumpfhosen anziehen. Die Vermutung von gestern bestätigt sich. In Niederbayern führt man Homosexualität nach wie vor nicht auf genetische Ursachen zurück. Schneeregen im Fichtelgebirge.

Montag, 22. Oktober 2007 (Barbierbedarf)
(23:30 Uhr)

Apple hat so viele freie Abende wie er will. Nadja redigiert Richies Praktikumsbericht und lästert über meine Frisur. Theo ist kein Bademuffel mehr. Nur noch Realos bei den Grünen. Oder wie sollte ein Augsburger Bischof sonst zum durchgeknallten Oberfundi aufsteigen.

Dienstag, 23. Oktober 2007 (Guten Morgen, lieber Morgenmuffel)
(23:52 Uhr)

Nadja bittet um mehr Morgenrituale. Apple und Erich laden ein zur after-work-prose. LSD. Den Chinesen in Wedding hätten wir uns sparen können. Gott in der Bibel mit “kein Schwein” zu ersetzen, soll oft Sinn machen. Besser als der Poetry Slam im Substanz ist es auf jeden Fall. Charmant das Schlußritual. Mit. Alle singen mit. Die Sonne wird scheinen.

Mittwoch, 24. Oktober 2007 (Türglocke, Festnetz, Handy)
(23:17 Uhr)

Das Testsystem läuft. Erste Bugs werden gemeldet. Der Glaube an das Release stirbt zuletzt. Vier Mann hören mein Läuten nicht. Abends machen Ziegen Theo Angst. Papa gefällt der Bierkrug.

Donnerstag, 25. Oktober 2007 (Pasta around the clock)
(22:51 Uhr)

Was nutzt Scrum, wenn ein Sprint nicht abgenommen werden kann. Nadja hat neue Ideen zur Verlängerung der Familiengesamtschlafzeit. Weil mir die Nudeln in der Kantine nicht recht schmeckten, wurden mir am Abend erneut Nudeln präsentiert. Ein Skispringer soll nach einem Sturz auch gleich wieder auf die Schanze. Toni Kroos darf ab jetzt alle Freistöße schießen.

Freitag, 26. Oktober 2007 (Sardonisches Lachen)
(23:34 Uhr)

Auf der Agora werden keine Angora-Katzen verkauft. Ein gut gelaunter Release-Owner erlaubt späten Deploy ins Testsystem. Bei uns läßt sich so manche Zeile E-Mail sparen. Mußte ziemlich viel und ziemlich laut lachen. Im Büro. Sardonischer Humor. Jo Hoffer interessiert sich für das Sexualleben des Fadenwurms. Endlich wieder Abendlektüre. Ein Kapitel Sloterdijk. Lese Nadja vor.

Samstag, 27. Oktober 2007 (Winterreifen)
(22:53 Uhr)

Bridgestone steckt die Erfahrung vom Motorsport in jeden Winterreifen. Und ich muß trotzdem knapp zwei Stunden warten. Bei reifen dot com. Nadja stillt zum letzten Mal und kauft am Nachmittag Rotwein. Theo ahnt nichts und badet mit seiner neuen Schwimmente. Morgen früh erwartet ihn der Milchmann. Ein eigentlich ruhiger Samstag. Trotzdem verfehlen wir das Minimalziel. Nadja denkt an teure Babyschuhe, die man für ‘nen Appel und ‘nen Ei nähen kann.

Sonntag, 28. Oktober 2007 (Bio-Zigaretten)
(23:03 Uhr)

Haare geschnitten. Nun lästert der Nächste über meine Frisur. Nadja kauft Ökozigaretten und raucht ihre erste Zigarette 2007 am Balkon. Der Urzustand unserer Beziehung ist quasi wiederhergestellt. Von Theo abgesehen, der sein erstes Gulasch ißt. Mit großem Appetit. Nadja erregt sich über Internet und Konsumterror. Bayern mit etwas Glück.

Montag, 29. Oktober 2007 (20 Zentimeter)
(22:51 Uhr)

Cookieorientierte Programmierung. Nadja sucht nach Graf-Henneberg-Geschirr. Die Stillgruppen-Damen treffen sich fast täglich und lästern über Familienmenschen. Theo nimmt mich als Amme an. Stillen war erholsamer. Lese ein paar Zentimeter Sloterdijk vor’m Einschlafen.

Dienstag, 30. Oktober 2007 (No boiled fruit please)
(23:13 Uhr)

Buddha verläßt das Unternehmen. Unvorstellbar, daß jemand keinen Obstkuchen mag. Überstunden. Theo schon im Bett. Nadja liest das Weihnachtsgeschenk vom vergangenen Jahr. Strato-Support konvergiert gegen Null. Vom Auto-Responder abgesehen.

Mittwoch, 31. Oktober 2007 (Reformationstag in Brandenburg)
(23:23 Uhr)

Theo schläft phänomenal gut. Suche den ganzen Vormittag Dokumente, die Nadja aufgeräumt hat. Lasse Fotos machen. Der Fotograf retouchiert, was das Zeug hält. Zehn Minuten. Nutzt leider alles nichts. Bei den Passfotos der Dame, die vor mir dran war, konnte er auch nicht viel ausrichten. Treffe selbige am Bürgeramt wieder. Beantrage Personalausweis, E-Pass und EU-Führerschein. Und bin 91 Euro ärmer. Unterstütze bei der Gelegenheit gleich das Bürgerbegehren Tempelhof. Brandenburgschwemme in den Arcaden. Theo ca. 30 Sorten Käse vorgestellt. Robbt immer schneller und bewegt seine Schildkröte schon an der Schnur. Richie leitet einen Anruf von Forsa an mich weiter. Gebe für die Repräsentativität der nächsten Forsa-Umfragen keine Gewähr. Was wird so gefragt, momentan? Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahlen wäre? Klar. Beck versus Merkel. Wie zufrieden ich mit der Arbeit der Großen Koalition und mit der Arbeit von Frau Merkel im allgemeinen bin. Was haben Sie beim letzten Mal gewählt. Wie die Rauchverbote mein gastronomisches Verhalten ändern und ob ich weiter mit dem Zug fahre und dort auf den Toiletten rauche. Bei den Entertainment-Fragen sag’ ich ihr, daß ich keinen Fernseher habe. Dann läßt sie mich frei über King Kong assoziieren. Und möchte wissen, ob ich mir den Film nächste Woche im Fernsehen angucken würde, wenn er im Fernsehen käme. Tja. Bayern eine Runde weiter. Warte weiter auf Poldis erstes Saison-Tor.

 
 

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