Sehnsucht nach der Bohème Bourgeoiser End-Dreißiger blickt in eine rosige Zukunft
Arbeit am passiven Wortschatz

ham ham und heia heia

kuckuck, miau, wau wau

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Tagebuch von Henri Hochofen

November 2007

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Donnerstag, 1. November 2007 (Lernen)
(23:23 Uhr)

Wieder legt mir Erich “Jedes Kind kann schlafen lernen” ans Herz. Bleibe beim Gegenentwurf. Jeder Vater kann Ratschläge filtern lernen. Jira-Tickets nehmen nicht ab. Ich besorge die Getränke, Richie die Blumen. Und Nadja schließt das absatzlose Muschelessen ab.

Freitag, 2. November 2007 (Let’s have a party)
(23:51 Uhr)

Horst meinte schon auf der Autobahn, so kann’s nicht weitergehen. Und wirklich. Auch ich stand schon auf der Stadtautobahn im Stau. Das Feinstaubverbot wird auch nicht viel nützen. Wenn man 3000 Kilometer frei hat, bei Führung eines Fahrtenbuchs. Theo findet immer wieder nette Tanten, die ihn durch die Wohnung führen. Gerhard sieht keinen Persönlichkeitsverlust bei der Abgabe von Fingerabdrücken. Da nahm die Kettenreaktion ihren Gang. Man streifte Balkan, Irak, Iran, Saudi-Arabien, Verschwörungstheorien und konnte seinem Unmut über George Bush, den “Antichrist”, freien Lauf lassen. Am Raucherbalkon kriegt man von alldem nichts mit. Hier erfährt man höchstens neue Stories über Oldtimer mit mehrfach transplantierten Motoren, warum man seinen Wagen nicht unter Laubbäumen parken sollte. Daß man Bio-Zigaretten vorm Konsum drehen soll. Weil sie keine Lockermacher enthalten. Man kann nachfragen, was es mit der Story von der Katze und der Kiste und dem Gift auf sich habe. Da nimmt man das bißchen Nikotin gern in Kauf. Drinnen erwarten einen gleich wieder die Weltpolitik und die Menschenrechte. Man müsse mit der Kritik an den islamischen Staaten vorsichtiger sein. Die Schweiz habe auch erst 1971 das Frauenstimmrecht eingeführt. Und überhaupt. Wer hört in Diskussionen schon auf das, was die anderen sagen. Mir ist es ganz recht, wenn die Gäste heiß diskutieren. Small talk dreht sich einfach zu häufig um mein Gewicht. In meinem Alter müsse man mit dem Gewicht aufpassen, meinte beispielsweise Frau Heppel, bevor sie sich auf den Weg zur after-party-Party machte. Wagte gar nicht mehr, Margas Erdbeertiramisu zu kosten. Wenigstens das Augustiner bewährte sich. Der Jacques-Wein auch. Bei einem Firmenumzug ist Spontanität nicht gefragt. Stoßstangen besorgt man am besten im Dreierpack. Am Ost-Struwwelpeter wird Theo kaum vorbeikommen. Die faule Angelika und der fernsehverrückte Frank scheinen tiefen Eindruck hinterlassen zu haben. Wer keinen Fernseher hat, kommt an YouToube nicht vorbei. Nadja erwischt eventuell etwas zu viel Wein. Bei Simone rührt sich noch nichts.

Samstag, 3. November 2007 (Nüchtern werden)
(22:23 Uhr)

Nadja bereut den Alkohol- und Nikotinabusus. Und so frühstücke ich allein. Mit Theo. Der beschäftigt sich, fröhlich ausgeschlafen, ausgiebig mit dem Schuhregal. In der Zeit versuche ich, die Geschirrberge abzutragen. Karl sitzt an seinen Übungsaufgaben. Und Bayern kommt wieder nicht über ein 0-0 hinaus.

Sonntag, 4. November 2007 (Alte Meister)
(21:31 Uhr)

Nadja sucht uns eine Ausstellung raus. Alte Meister, neu belichtet. Röntgenaufnahmen sollen die Pentimientos (=Reuezüge) sichtbar machen. Zwei kleine Räume so groß wie unser Wohnzimmer. Und dann gilt das Ticket nicht mal für Uli Richter. Meine Gesprächsmitschnitte bilden die Grundlage einer etwas ominösen Reisekostenabrechnung. Nadja betritt kein Lokal mehr ohne Babystuhl. Hannes Marx schickt Link auf Roberto-Blanco-Werbung für Pickup. Virales Marketing nimmt zu. Theo setzt sich fast alleine hin und hat große Freude am Ballspiel. Wenn er den Schläger spielen darf.

Montag, 5. November 2007 (Jedes Kind kann schlafen lernen)
(22:24 Uhr)

Theo schläft von neun bis dreiviertel sieben. Rekord. Und das ohne Kast-Zahn und Morgenroth. Nadja zeichnet Geburtstagskarte für da Vinci. Man sollte einen Ukrainer niemals Russen nennen. Mein Abitur ist lang verjährt. Simone hat kein Telefon im Zimmer. Theo zieht sich überall hoch. Schlägt sich den Erwachsenen-Löffel an den Kopf. Freut sich an Tierlauten und lernt einen neuen Konsonanten. Das “N”. Die Kuh muß mal wieder herhalten als Umweltsau.

Dienstag, 6. November 2007 (Dinner cancelling)
(12:24 Uhr)

Verlasse erstmals das Haus als letzter. Komisches Gefühl, wenn kein Kinderwagen im Flur steht. Welcher Einbrecher bricht eine Tür auf und tauscht dann das Schloß aus? Da Vinci trinkt bereits. Theo schmeißt meine Bauklötzchen immer um und vergleicht sein Tellerchen argwöhnisch mit dem der Erwachsenen. Vielleicht liegt in meinen nächtlichen Freßorgien das Geheimnis meines Übergewichts. Hademar Bankhofer jedenfalls rät zu Dinner Cancelling. Nadja forciert ihre Jobsuche.

Mittwoch, 7. November 2007 (Pizza workoholica)
(23:08 Uhr)

Gratis-Pizza für die Spätschicht verhindert Dinner Cancelling. Nadja bangt um ihre Zigaretten und studiert Entwurfsmuster. Ein Zehnmarkschein übersteht die Buntwäsche. Erich meint, ein Softwareentwickler brauche den Unterschied zwischen “stop thinking” und “stop to think” nicht zu kennen. Bekomme eine Karte für Hertha gegen Bayern.

Donnerstag, 8. November 2007 (Schal rausgeholt)
(22:17 Uhr)

Theo möchte seine Milch. Mal wieder. Mitten in der Nacht. Weißer Rauch aus dem ersten Stock. Gut, daß es Skype gibt. Kreissaalstimmung oder Cape Canaveral. Alltag in der Softwareentwicklung. Wir sind das Volk. Nadja guckt ihr Justizdrama zu Ende, während Theo schreit und Bayern den Sieg verspielt. Wenigstens tankt Podolski Selbstvertrauen. Beim Entwurfsmuster Prototyp schläft Nadja ein. Theo verweigert das Krabbeln und tut weiterhin so, als ob er schon laufen kann. Erich kann nachts nicht schlafen, weil er über die neuen Requirements nachdenkt. Wenn’s mal so weit kommt, dann hat der Produktmanager seine Sache gut gemacht.

Freitag, 9. November 2007 (Nach dem Projekt ist vor dem Projekt)
(23:18 Uhr)

Ausgerollt. Zurück gemerged. Eigentlich müßte man zum Lohn auch Zigarettengeld erhalten. Zumindest Apple. Erich hätte seinen Hack nicht ausbauen müssen. Nadja krönt ihre Woche mit der Fast-Fertigstellung eines schon lange in der Staffelei wartenden Bildes. Während ich mich ein bißchen in Java Server Faces einlese. Uneinigkeit über Theos Tagesmutti-Einstieg.

Samstag, 10. November 2007 (Ohne Punkte)
(12:42 Uhr)

Theo gibt uns ständig ein “A” und erwartet, daß man ihm antwortet. Ansonsten rüttelt er gern am Ehebettgestell. Erinnert mich an Schröder vorm Kanzleramt. Nein. Ich hab’ keinen Ödipus. Kaufe bereits Süßigkeiten für Weihnachten ein. Weil letztes Jahr die Nikoläuse oder Osterhasen knapp waren. Schnee- und Graupelschauer. Herbe Niederlage in Stuttgart. Traurig. Morgen hol’ ich mein Hochzeitsgeschenk raus. Nadja stellt ein Bier in den Kühlschrank, um mich ruhig zu stellen.

Sonntag, 11. November 2007 (Rainy Sunday)
(22:31 Uhr)

Schlechtes Wetter. Nicht mal Nadja möchte einen Fuß vor die Tür setzen. Ein gemütlicher Sonntag. Theo gelingt es, sich am Stuhl hochzuziehen, und findet, daß ihm mehr Badezeit zusteht. Ehrlicher und Kain verabschieden sich in den Ruhestand.

Montag, 12. November 2007 (Frailty, thy name is Henri)
(23:08 Uhr)

Mit dem Fernstudium weitermachen ist es wie mit dem Rauchen aufhören. Öffentlich zur Arbeit. Die FCB-Niederlage hat sich wie ein Lauffeuer herumgesprochen. Aufräumarbeiten. Bei Zorro läuft mal wieder eine Festplatte voll. Erich empfiehlt Theo Bob, der Siebenschläfer. Fest entschlossen, Dinner-Cancelling zu praktizieren, läßt mich der Anblick einer trockenen Scheibe Brot schwach werden. Dazu die angebrochenen Tortilla-Chips.

Dienstag, 13. November 2007 (Olaf Scholz wird neuer Arbeitsminister)
(23:27 Uhr)

Hat sich nicht der designierte Arbeitsminister Scholz noch letzte Woche im Bundestag für einen höheren Mindestlohn für Abgeordnete ausgesprochen. Einen würdigeren Nachfolger für Münti hätte die SPD kaum finden können. Da Vinci hat sein Geburtsgewicht erreicht und schläft nicht in der Nacht. Theo richtet sich am Tisch auf, streckt seine Hand nach dem ein Meter entfernten Sessel und überwindet die Strecke, ohne daß meine auffangbereiten Arme ihn berühren. Gefährliche Zeiten. Michelle hat geheiratet. Nadja trägt sich in diverse Jobbörsen ein. Und Karl hat sich das Studentenleben ein bißchen gemütlicher vorgestellt.

Mittwoch, 14. November 2007 (To strike it lucky)
(23:28 Uhr)

Robert Skuppin und Volker Wieprecht von Radio Eins machen sich über den Dacia Logan lustig, der mit 80 auf der Avus vor ihnen her gefahren ist. Meinen Namen haben sie nicht genannt. Kann mir aber nicht vorstellen, daß da noch wer 80 auf der Avus fährt. Erich meint, Nadja soll bei ihren Gehaltsvorstellungen pokern. Der potentielle Arbeitgeber ging nicht mit. Theo scheint schon das Wort Ball zu verstehen. Die Firma entdeckt das Outsourcing.

Donnerstag, 15. November 2007 (Eine schrecklich nette Familie)
(23:05 Uhr)

Richie zweifelt an meiner Einkaufspolitik. Theo bekommt seinen dritten Zahn. Schon wieder unten. Und Nadja möchte nicht, daß ich mich geriere wie Al Bundy. Den Thierse ohne Präsidenten- oder Vizepräsidentenwürden im Parlament sitzen zu lassen, das ist keine ideale Lösung. Maget hat schon viele Regierungserklärungen gehört. Der Wetterbericht meldet Schnee für uns’ren Bayern-Trip. Ein Einbrecher wurde identifiziert. Die Ski-Anzüge passen noch.

Freitag, 16. November 2007 (Babyfrei)
(23:21 Uhr)

Geschlossene Schneedecke im Fichtelgebirge und Bayerischen Wald. Theo wählt den Nudel-Kinderteller an der Autobahnraststätte und zeigt wenig Interesse am Schnee. Ab Straubing wird er ungeduldig. Der Trainingsanzug ist noch eine Nummer zu groß für da Vinci, der heut’ zum ersten Mal spazieren ging. Oma und Opa debütieren als Babysitter. Nadja und ich gehen ins Kino. Abbitte. Netter Liebesfilm. Abends Schmidt und Pocher. Eigentlich in Ordnung. Bis Sabrina Setlur und die Hundegenitalien kamenn. Theo nachts nicht zu beruhigen. Der nächste Zahn?

Samstag, 17. November 2007 (Armes Baby)
(23:40 Uhr)

Besorgen Säuglingsnasentropfen und besuchen mit Theo das Grab vom Uropa. Van Gough zielt darauf ab, Theos Gewicht und Größe einzuholen. Die Uroma hat als erstes von da Vincis Geburt erfahren, der tagsüber schön schläft, und dafür, wie Simone sagt, nachts topfit ist. Restkartoffeln waren Simone zu wenig. Bela Rethy erkundigt sich beim auswärtigen Amt. Ob die Zyprioten nun Zyprioten heißen oder Zyprer. Mörder haben nicht immer die besten Manieren. Sylvia denkt ans nächste Baby. Simone warnt vor’m Außakemma. Und Theo scheint doch ernster erkältet. Thermometer sind alle verliehen.

Kommentar
 
  • Tobias ( 17.11.2007 um 23:14 Uhr )

    Wie geht’s?

  •  
  • Henri Hochofen ( 11.12.2007 um 23:18 Uhr )

    Danke. Gut. Und selbst? Bitte nur antworten, wenn die Antwort kein “Kopf ab” enthält.

  •  
  • Tobias ( 13.12.2007 um 16:09 Uhr )

    so mal spontan:
    keine angst.
    danke gut. nur augsburg ist ein klein bisschen stressig.
    suche neue stadt.
    im januar habe ich eine neue chefin, zumindest zeitweise. frau “michelle”, aber die kennst du ja auch.
    “frauen..frauen sind was schöns…ding dong”
    also das fänd ich nach wie vor gut oder war nur die bassgitarre dagegen?
    ich verfolge dein tagebuch nur unregelmäßig, versuche einen gatten zu ergattern. gefährdet laut papst den weltfrieden.
    bytheway:
    ich bewarb mich mal bei kolping als dozent
    “wir wären ja so froh, wenn wir den mixa wieder los wären!”
    ich bin letztes jahr ausgetreten.
    bin aber eigentlich gerne single mittlerweile und genieße meine freiheit.(sauna/safe)
    ob ich dich da jemals reinbringen würde, du müsstest auch nienamden anfassen und du bist auch gar nicht mein typ.
    da müsstest du wohl eine wette verlieren.
    humor:
    manchmal fallen mir wirklich saudumme sachen ein, aber es ist dann keiner da, der sie aufschreibt.
    hab mich für ne fh-professur beworben, die haben sogar geantwortet. immerhin. vielleicht dann mal in zehn jahren.
    kann mans in berlin aushalten?
    wie sind die leute?
    bekommt man heimweh nach niederbayern?
    “die karrierefrau von der au” und co. seh ich kaum mehr und wenn ist das verhältnis angespannt. das wars.
    hast du schon das “michelsche” hochzeitsfoto gesehen?
    cliffhänger,
    tobias
    so jetzt drück ich aufs örtchen “senden”,
    is es dann auch gleich weg?
    nee, erst gültige e-mailadresse eingeben-jetzt aber.

  •  
  • Henri Hochofen ( 14.12.2007 um 08:32 Uhr )

    da mit dem “ding-dong” lag eher daran, daß das keyboard nicht pünktlich zu den proben kam…,
    so einen wetteinsatz würde ich nich anbieten…,
    die leute in berlin? tja, ich kenn’ ja kaum berliner…,
    heimweh nach niederbayern nicht unbedingt, vielleicht ein wenig nach münchen…,
    foto gesehen, ein schönes paar…,
    augsburg und mixa sind genau das richtige für dich…

  • Sonntag, 18. November 2007 (Back in Berlin)
    (22:53 Uhr)

    Aufbruch nach dem Frühstück. Bis zur Raststätte Frankenwald behielt Theo Contenance. Erst nach der Ankunft in Berlin erweckte er nicht mehr den Eindruck eines kranken Babies. Das düstere, häßliche Treppenhaus scheint ihm gefehlt zu haben. Kamera-Expertenwissen von Junior erbeten. Richie möchte ein nicht mehr lieferbares Handy zu Weihnachten.

    Montag, 19. November 2007 (Tea time)
    (23:31 Uhr)

    Theos Schnupfen bessert sich. Das agile Collocation-Team, das sich zwecks Synergie und Tralala zusammengesetzt hat, besteht heute nur aus einem Mann. Ausgerechnet aus dem, der sich nie umsetzen wollte. Feierabend, ohne einen Kollegen gesehen zu haben. Wenn das kein Argument für’s Home Office ist. Nadja kocht Melissentee. Oder war’s doch Brennesseltee.

    Dienstag, 20. November 2007 (Elektrotechnik)
    (22:41 Uhr)

    Nadja kocht keinen Tee und fordert für Theo eine Lauflernhilfe. Man kann ihn keine Sekunde mehr aus dem Auge lassen. Alle elektronischen Geräte, die ich in die Ehe eingebracht habe, sind kaputt.

    Mittwoch, 21. November 2007 (Arbeitszeit + Wegezeit = ?)
    (23:06 Uhr)

    Der Club12 soll zu Sechzig gehn, wenn ihm an Höneß was nicht paßt. Bei elf Stunden Arbeit und neunzig Minuten Dienstweg kann man schon mal ein Team-Essen ausfallen lassen. Wenn das Restaurant noch mal 90 Minuten entfernt ist. Berlin ist groß. Die Forderung nach der Laufhilfe gewinnt an Intensität. Nadja verschickt ihre ersten Online-Bewerbungen. Gazprom-Sprecher Schröder kritisiert die Kanzlerin.

    Donnerstag, 22. November 2007 (Öko-Tabak)
    (23:14 Uhr)

    Der Haken am Dreh-Öko-Tabak. Er schimmelt leicht. Man muß ihn schneller aufbrauchen. Sehe Theo nur noch kurz vorm Abendbrot. Wochenendreif.

    Freitag, 23. November 2007 (Vollbad im Vollmondschein)
    (23:17 Uhr)

    Mit Apple bei Real eingekauft. Elizabeth verkündet stolz, daß Bart sein erstes Tor geschossen hat. Mehr als John HomeBoy in seiner ganzen Karriere. Neun Pforten angeguckt. Sehr unbefriedigender Film. Mitternachtsvollbad.

    Samstag, 24. November 2007 (Schwerstarbeit)
    (22:21 Uhr)

    Theo hat ‘nen Zahn oben. Da waren es schon vier. Elternschaft gleich Schwerstarbeit. Walker bei Toys R Us gekauft. Plus Kinderüberraschung. Leider ohne Simpsons. Neuerlicher Entwicklungssprung bei Theo. Weint jetzt auch bei nicht-elementaren Bedürfnissen. Zieht sich an allem hoch, was sich ihm in den Weg stellt. Und versucht zu allem Überfluß, alleine loszulaufen. Seit Monaten wird mir erzählt, das Schlimmste wäre bald vorbei. Kinderlose, laßt euch nichts einreden! Alles gelogen. Angeblich ist auch sein fünfter Zahn schon zu sehen. Im Café läßt er sich nicht mehr mit Obstbrei abspeisen, nicht, wenn wir gleichzeitig Käsekuchen essen. Ateliers in der Zitadelle Spandau beeindrucken Nadja nicht.

    Sonntag, 25. November 2007 (Treffpunkt Stadtcafé)
    (23:29 Uhr)

    Metapher gefunden für meinen bissigen Diskussionsstil. Die Zeit lüftet das geheime Leben der Singles. Illustriert mit Fotos aus dem Münchner Stadtcafé. Kottan ermittelt auf den Wunschzettel schreiben lassen.

    Montag, 26. November 2007 (Inkonsistenzen)
    (23:33 Uhr)

    Das ganze Leben ist ein. Bug. Oder eine Dateninkonsistenz. Einen Scheck sollte man nicht mit der Hauspost schicken. Theo steckt sich problemlos den Schnuller in den Mund. Empty Dancefloor hat sich einen Trachtenjanker gekauft. Das Spiel mit Symbolen wird Anlaß zu einem Streifzug durch die aktuelle Medienlandschaft. Nur das Thema Nahles klammern wir aus. Das Backstage München ist immer noch an der Friedenheimer Brücke. Trotz Neulands. Job-Planspiele.

    Dienstag, 27. November 2007 (Abrutschängste)
    (22:50 Uhr)

    Armut in Berlin. Keine Teilzeit-Stellenangebote. Nadja wirkt trotz eines Zoo-Besuchs etwas nervös. Theo beschäftigt sich intensiv mit seinem Spielzeug, bevor er es runterwirft.

    Mittwoch, 28. November 2007 (01100110)
    (23:54 Uhr)

    Informationen im Bitmuster. Großer Erfolg beim Ins-Bett-Bringen des Babies. Mit der Milch-im-Dunklen-Trinken-Methode. Nadja schreibt aus Potters Bewerbungsunterlagen ab. Kein Glück beim Jackpot.

    Donnerstag, 29. November 2007 (Dust bin)
    (22:00 Uhr)

    Hotfixes for the abfalleimer. Bayern glanzlos. Theo erneut problemlos ins Bett gebracht. Nadja behagt der HelloWorldController nicht.

    Freitag, 30. November 2007 (Irgendwann schlafen sie alle)
    (23:02 Uhr)

    Nadja wollte die Anwendung meiner Ins-Bett-Bring-Methode nicht so recht gelingen. Irgendwann schlief das Baby trotzdem ein. Gefolgt von uns. Und bösen Träumen von Bitmustern, die 64 Checkboxen belegen.

     
     

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