Das Sexuelle wird häufig überbewertet

von diario zu diarrhöe ist nur ein schritt

Diario

2003

Tagebuch von Henri Hochofen

Juli/August 2003

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Dienstag, 1. Juli 2003
Halbtagsjob beginnt. Neuer Lebensabschnitt. Voller Vorsätze. Gesünder leben. Jeden Tag mit Fahrrad in die Arbeit. Claudia nicht mehr begehren. Telefon seltener abheben. Recycling-Müll wegbringen. Kein Brot mehr essen. Zum Arzt gehen. Andretzkys Lateinfehler nicht mehr korrigieren. Angesichts omnipräsenter Senioren-Gehwägelchen Rätsel der Sphinx in heutiger Zeit kaum zu lösen. Möllemanns Platz im Stadion bleibt ein Jahr leer, schade, daß er nicht im Tor gestanden war.

Mittwoch, 2. Juli 2003
Laut Harald-Schmidt-Show beginnen Elefantenmännchen den Paarungsakt nur dann, wenn die Kuh empfängnisbereit ist. Daher wohl der Ausdruck Päpstliche Bullen. Grübeln über die einzuschlagende Richtung, kann Wegweiser nicht entziffern. Ich hatte bereits gestern bei Andretzkys ego sumus jegliche Hoffnung verloren. Stammleser beschweren sich über weitere Angriffe gegen den Humanismus auf dessen Homepage und zweifeln, ob Straubing wirklich der kulturelle Nabel Niederbayerns sei. Vielleicht sollte ein Bundesligaverein Daniel Küblböck unter Vertrag nehmen. Für die Reservebank und den Trikotverkauf. Siehe Beckham. Ich zöge altes Wochenendticket der Bahncard vor. Habe bis auf weiteres mein gastronomisches Leben eingestellt.

Donnerstag, 3. Juli 2003
„Und das Weltgeschick, dem diese ganze Menschheit bloß ein Tropfen im Ozean der Zeiten ist, schreitet unerbittlich zermalmend auch über die unerlösbar Liebenden hin.“ Klages abgeschlossen, vom angekündigt beischlaffeindlichen Anhang sehe ich ab. Claudia schon den fünften Tag ohne Sex. Ich tu einfach so, als hätte ich nichts bemerkt. Im Arbeitsamt ist ein Job als Nettolohnerhöher ausgeschrieben. Kanzler telefoniert mit Berlusconi, Italienurlaub geht klar. Gedankenversunken zu stempeln vergessen. Schlechter Film. Nette Controlleuse, welche mir glaubt, daß ich's nur vergessen hab. Wie der Henker mit den Kopfschmerztabletten. Vielleicht schick ich Claudia in die Poccistraße. Homeboy junior weist mich auf die Unterschiede zwischen Email und E-mail hin. Nun bemängelt er, es müsse E-Mail heißen. Dieser neuerliche Vorstoß bekundet erneut grandiose Doppelmoral. Ich zitiere Homeboy junior: „Es sei hier ein für alle mal darauf hingewiesen, dass es sich bei Email um ein Verfahren zu beschichtung von metall handelt.“ Wer Groß- und Kleinschreibung in eigenen E-Mails auswürfelt, sollte ein wenig entspannter seyn. Ich halte von Rechtschreibregeln ähnlich viel wie von manchen der Rechtsprechung zugrunde liegenden Gesetzestexten.

Freitag, 4. Juli 2003
Claudia steht das nicht lange durch. Bassgitarre fühlt sich wie Rilkes Panther. Clockwork woman. Google hat meine FAQ-Seiten entdeckt. Traffic steigt. Rau übernimmt Schirmherrschaften nur dann, wenn es nicht regnet. Udes Vertrauen auf die Finanzmittel des Bundes sinkt transrapid. Schon wieder vergessen zu stempeln. Beim Metro-System könnte das nicht passieren.

Samstag, 5. Juli 2003
Optimismus macht sich breit. Mini-Job vielleicht nicht nötig. Ein Wochenende ohne Stellenanzeigen, aber auch ohne Claudia. Heult sich bei einer Freundin in Berchtesgaden aus. Schlafe beim Lesen ständig ein. Gerd Rubenbauer in einer Samstagabendshow. Wohlgemerkt nicht der Musikantenstadl. In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Sonntag, 6. Juli 2003
Claudia hat Arte gelöscht. Trotzdem ihre Abwesenheit genossen, Leoparden küßt man nicht und L.A. Confidential. Sollte ich während der Krishnamurti-Lektüre in die Freiheit einbrechen und sollte im Zuge der Erleuchtung auch dieser Webauftritt auf der Strecke bleiben, möchte ich die Gelegenheit nutzen, mich für Aufmerksamkeit, Feedback und Anteilnahme zu bedanken. Hab Claudia eine Diskette mit unseren E-Mails unters Kissen geschoben. Keine zusammengeschnürten Briefe, rein papierloser Verkehr. Wimbledon, Formel 1, Tour de France und Gemüse-Schneiden. Nudeln. Snickers. Zwei Zigaretten. Aber nur ein Orgasmus.

Montag, 7. Juli 2003
Ruth-Maria von F. stellt wegen meiner Gastro-Askese unhaltbare Frust-Hypothese auf. Mag ich bei Frust auf vieles verzichten, auf Kneipen sicherlich nicht. Heute schon im Morgengrauen unterwegs. Könnte in einer Welt ohne Harald Schmidt als Frühaufsteher wiedergeboren werden. Oder Claudia besorgt sich endlich einen bedienbaren Videorecorder. Lega Nord Charakterisierung deutscher Urlauber: „einförmige, supranationalistische Blonde, die lärmend über unsere Strände herfallen"“ Der Kanzler droht empört mit Absage seines Italien-Urlaubs. Diskriminierung nichtblonder Deutscher. Oder pars pro toto?

Dienstag, 8. Juli 2003
Morgen Essensmarken. Mehrfach an Elisabeth Wellano gedacht. Müde. Diclofenac geht aus. Vielleicht doch Privatrezept von Homeboy K. anfordern. Schon wieder eine Führer-Dokumentation. Erinnert mich an Superstars. Ruth-Maria von F. montags in der Problemzonengymnastikgruppe. Hoffentlich trifft sie nicht mit Claudia zusammen, die macht auch irgend so was. Tai Chi, Bauchtanz, Tantra oder Aerobic, bin nicht auf aktuellem Stand. Ein Schubladenprojekt, das ich erst in ein paar Jahren angehen wollte, spielt in dem Milieu, in dem ich gerade arbeite. Ist mir heute erst bewußt geworden. Soll ich es vorziehen?

Mittwoch, 9. Juli 2003
Ruth-Maria will sich von ihrem verkopften Image lösen. Ich nicht (mehr). Erstes Geschmacks-Fachgespräch bei Müller Brot wegen der neuen Kartoffel-Käse-Sorte. EDV-Umstellung aufwendiger als gedacht. Wo bleibt mein Führungszeugnis? Claudia endgültig von Detlev getrennt. Koa gmahte Wiesn. Eher ein Hindernis. Gefährlich. Außerdem kein grüner Persona-Tag.

Donnerstag, 10. Juli 2003
Nie war ich mehr Homeboy als heute. Ruth-Maria von F. gibt mir müde Knigge-Tipps für Claudia. Ich mach's wie immer. Wenn Claudia meinem Seit-ich-schwul-bin-hab-ich-viel-mehr-Chancen-bei-Frauen-Freund widerstehen kann, könnte ich nochmal schwach werden. Fließband-Dateneingabe endlich abgeschlossen. Vegetarische Maultaschen nicht zu empfehlen.Ältester Altmettener unseres Jahrgangs zur Zeit in Mädchenrealschule und immer no net verheirat'. Mensching-Kurzgeschichten-Band Komm rüber wird von den Buddenbrooks abgelöst. Krishnamurti warnt weiterhin vor allen fremden Ansichten, Normen, vorm Denken und vor der Kunst.

Freitag, 11. Juli 2003
Im Morgengrauen zwischen unausgeschlafen herumgetragenen Kaffeetassen den wahrscheinlich nettesten Arbeitslosenberater östlich des Mississippi anzutreffen das Vergnügen gehabt. Verspricht Geldsegen von Onkel Staat. Hoffnung für Kreditgeber Homeboy # 4. Hochofen saniert. Und ja, ich sympathisiere mit dem Donaldismus. Zur Feier des Tages frische, was für ein schönes Wort, frische Tomaten gekauft. Claudia schlägt italienische Eisdiele vor. Tiramisu? Sollte ein grüner Personatag sein, kann ich für nichts garantieren.

Samstag, 12. Juli 2003
Wenn Liebe nicht mehr mit Begehren und Lust verbunden ist, dann ist sie tief und zart. So Krishnamurti über Claudia und mich. Sehr wenig Lust. Sehr zart. Ich Tiramisu und Vanille, sie einen Becher, der in jeder Eisdiele unter einer anderen Bezeichnung geführt wird. Stefani zurückgetreten. Wieder einer, der wegen Schröder seinen Job verliert. Der Peloton fährt an Atomkraftwerk vorbei. Claudia holt wieder Brezen. Jetzt wird der Peloton von einer Bahnschranke aufgehalten. Lancia Ypsilon für Doris. Lebensmittelpakete angebrachter. Freue mich auf morgige Bergetappe. Wohlstandsübelkeit. Diese verfluchten Kartoffelchips. Ach, Krishnamurti, ich bin zu schwach, dem Begehren zu entsagen. Überlege außerdem, ob ich der mir seit zwei Wochen von mir selbst auferlegten Prohibition ein Ende bereiten sollte. Claudia zwar ausgegangen, aber nicht der Chianti. Auch Reiner S. fordert das Fastenbrechen.

Sonntag, 13. Juli 2003
Dionysos zog noch einmal vorüber. Der Rheumatismus und die Müdigkeit ließen mich nach Georg Kreisler einnicken. Senza un vino. Dafür wieder Brennnesseltee zur Tour. Nehme strahlenden Sonnenschein wohlwollend zur Kenntnis, ohne einen Ruf zu verspüren, die Wohnung zu verlassen. Lieber auf den Col du Galibier. Armstrong müßte heuer zu packen sein. L'Alpe d'Huez war noch nicht, wie von Reiner S. prognostiziert, das El Alamein. Versteh den Feuilleton nicht mehr. Hab ich je? Ikonoklasmus wenigstens im Duden, für Paraphernalien muß ich schon zu Google greifen.

Montag, 14. Juli 2003
Lasse mir Zeit mit den Buddenbrooks. Schweren Herzens an Eisdiele vorbei. Arbeite zu viel. Ullrich kommt in den Pyrenäen. Internetanschluß wieder in Ordnung. Wieso sind Billig-Rasierklingen bei Schlecker immer aus? Fliegeninvasion auf Obst und Biomüll. Aktion Sparen mit Henri: Beim Ordnen und Vernichten alter nicht nur undubioser Papiere entdeckt, daß die alten entwerteten Streifen- und Tageskarten des MVV wegen der angekündigten Tarif-Nullrunde bequem wiederverwertet werden können, keine Codierung des Jahres auf dem Stempel. Und schon wieder mußte jemand Thomas A. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er ... aber lesen Sie selbst. Aufräumen macht melancholisch. Claudia würde aus schon ausgebreiteten Gründen erwidern: „Ich wußte gar nicht, daß du so oft aufräumst.“

Dienstag, 15. Juli 2003
Freunde des ältesten Altmetteners haben scheinbar einen guten Geschmack. Müßte ich bei meinem Lebenswandel nicht viel gesünder sein? Claudia will in' Biergarten. Hab keine Lust, verständnisvoll zu sein. Mich würden drei Stunden Detlev-Stories erwarten. Aufräumen ins Stocken geraten. Antonie Buddenbrook in Travemünde. Claudia vernachlässigt die Küche.

Mittwoch, 16. Juli 2003
Arbeite doppelt so lange wie ich bezahlt werde. Habe mir das heute eingegangene Arbeitslosengeld bereits redlich verdient. Wo andere Homeboys flehende „E-Mails“ ignorierten, Number 4 war da. Irgendwann wallfahre ich nach Bad Godesberg. Sturm zieht auf. Jetzt fänd' ich Biergarten nicht übel. Arachnophobe Tierschützerin wird von Weberknecht Franz-Josef aus dem Bett verjagt, sucht neue Bleibe und teilt mir beruhigend mit, nicht Vater zu werden. Wäre somit frei für Claudia. Reiner S. sorgt sich um meine Zukunft, welche wie die Zukunft überhaupt laut Klages ja nur in der menschlichen Einbildung existiert. Woher kennt ein ehemaliger Allianzkollege die rosa Leggins von Claudia?

Donnerstag, 17. Juli 2003
Lasse mir in diesem Sommer keinen Regentag entgehen. Das erste Mal Arbeit fast pünktlich beendet. Irgendwer muß Homeboy # 4 mal ein bißchen in Google einführen. Aber der Wissenschaftler lernt bekanntlich nur durch trial and error. Warum Homeboy junior mich voller Stolz auf die Meldung verweist, welche besagt, daß Onanie dem Prostatakrebs vorbeuge, kann ich nur vermuten. Sicher, ich onaniere nicht so häufig. Aber einem Vielfachhörer meines „letzten“ Soloprogramms sollte klar sein, daß die These einer unbegrenzten Lebensejakulationsgesamtanzahl von mir nicht gestützt wird. Mal sehen, wie's heut bei den Homeboys mit einem Feierabendbierchen ausschaut? Homeboy junior hat schon was vor (nudge, nudge) und fängt jetzt auch an mit dem Verleumdetwerden. Ist doch nicht stolz auf seine Gesundheit. Vielleicht traut er auch der Studie nicht.

Freitag, 18. Juli 2003
Reiner S. kam mit dem Onanie-Link etwas zu spät. Synchronizität der Ereignisse. Ja klar. Homeboy junior outet indes sein Motiv, warum er mir den Link zuschickte. Um meinem Tagebuch mehr Drive zu verleihen. Als ob sich meine Leser dafür interessierten, warum er von Prostataproblemen bisher verschont blieb. Der siebte Sinn ließ mich gestern verleiten, Homeboy # 4 die Kneipe auswählen zu lassen, lediglich das Café Stör käme nicht in Frage. Dort hätten wir, wie Zeugen berichten, Homeboy junior angetroffen, nicht allein, allerdings auch nicht lang, da er gegen Mitternacht schon wieder seine E-Mail-Korrespondenz erledigte. Number 4 selbst wartet mit erfreulichen Leseerfahrungen, keinesfalls ungewöhnlichen Evolutionstheorien und diversen Reiseankündigungen auf. Auch Homeboy K. riet von Störbesuch ab. Homeboy junior fordert außerdem, mit Ruth Maria von F bekannt gemacht zu werden. Und er doziert, Stolz sei kein Motiv, sondern eine Gefühlsregung. Als ob Gefühlsregungen kein Mordmotiv abgeben könnten. Ullrich führt beim Zeitfahren. Ullrich gewinnt! Armstrong nur noch wegen Mannschaftszeitfahren in Gelb!

Samstag, 19. Juli 2003
Vielleicht hätte ich auf die vier Edelstoff verzichten sollen, als das Fest vorüber war. Das Letzte, an das ich mich erinnern kann, war chaotische Mannigfaltigkeit. Und daß die Syphilis wieder kommt. Eine Chance für die Philosophie. Claudia grausam, ich bin dran mit Einkaufen. Ruth-Maria von F. zieht Erkundigungen über Homeboy junior ein, hoffe, ich konnte ihn in leuchtenden Farben präsentieren... Ullrich Fantastico! Läßt Armstrong auch am Schlußanstieg stehen. Ich muß viel trinken.

Sonntag, 20. Juli 2003
Vergnügen mit Verpflichtungen. Schwabinger Massengrillfest und das wesentlich gemütlichere, in einem weniger angeschlagenen Zustand sicher sehr angenehme Feierwerk-Festival. Hätte auf Sex verzichten sollen und besser mit Claudia Ein Fisch namens Wanda angeschaut. Biergartengesuch von Reiner S. kam zu spät, die Nudeln waren schon im Wasser. Einfluß von Sahne und Parmesan, beide fehlten monatelang, überwältigend. Bassgitarre macht mich fertig. Die Zahl der Menschen, die nach einer meiner inspirierten E-Mails den Kontakt mit mir abbrechen, erhöht sich um eins. Nicht auszudenken, wenn ich ein Buch schriebe.

Montag, 21. Juli 2003
Sollte ich vor jeder E-Mail Diclofenac nehmen? Oder zwei? Starker (vom Alkoholexzeß augelöster?) Schub, Diclo nützt nichts. Dazu die Ergebnisse der Gesundheitsreform. Bei chronisch Kranken hätte man sich die Eintrittsgebühr beim Arzt sparen können. Nur wegen Claudias Wehwehchen. Armstrong erster Mensch auf dem Mont. Kalauer von Reiner Schabernack kritisiert. Wie sein Name vermuten läßt, sieht er wohl sein Monopol gefährdet. Aber die Schmerzen sind stärker als beim Schub 2000 in der Augustenstraße. Ich schließe mein Outlook für heute.

Dienstag, 22. Juli 2003
Bald verlange ich Opium. Auch zusätzlich zu Diclofenac eingenommenes Paracetamol, das angeblich nie schade, brachte keine Erlösung. Keine Ahnung, welche Dosis ich erhöhen kann, der erstbeste „Arzt“, leider ohne rheumatische Erfahrung, verwies mich auf eine Akupunkteuse, die allerdings erst nächste Woche wieder Termin frei hat. Eine zweite Nacht wie gestern übersteh ich nicht. Dazu die vergnügten Worte der Kollegin am Morgen. „Du siehst müde aus!“

Mittwoch, 23. Juli 2003
Höhepunkt der Krise vielleicht überstanden. Telefonat mit dem Arzt, dem die Homeboys vertrauen. Hatte morgens am Sendlinger Tor sogar den Eindruck, ein nicht gespieltes inneres Lächeln huschte über meine Halswirbelsäule, ohne mein Gesicht allzu schmerzhaft zu verzerren. Registriere auch Claudias Brüste wieder wohlwollend, ohne sie gleich zu verklären.

Schmerzbarometer Henri Hochofen
Bei der situationserläuternden Grafik nur schmerzintensive Zustände länger als eine Stunde berücksichtigt. Als Vergleichslinien dienen die Qualen des Prometheus und das selige Glück im Buddhismus. Nirwananahe Ausschläge lassen sich beinahe ausnahmslos durch Diclofenac-Einnahme erklären, Schmerzspitzen dagegen sind bis auf den Koitus Interruptus vom 22.6.02 auf einfache Rheumaschübe zurückzuführen.

Donnerstag, 24. Juli 2003
Joschka fordert Systemwechsel bei der Finanzierung der Sozialsysteme, und man hat den Eindruck, er sei wieder in der Opposition. Wieso geht man bei Menschen am Existenzminimum immer von Sozialhilfeempfängern und Rentnern aus? Sollte öfters meine Kontonummer einblenden. Alle privaten Termine in den nächsten Tagen werden eingehalten. Ich bin auch ohne Alkohol schlecht drauf. Kein Grund zur Sorge. Wieder singing in the rain. Auch Frau von F. genoß den Heimweg im Regen. Mit Claudia bei Möbel Um. Konnten uns für keinen Salzstreuer entscheiden. Friedman steht wieder gut da. Und Christian Buddenbrook fährt nach Valparaiso, Chile. No se puede vivir sin conocerlo.

Freitag, 25. Juli 2003
Gewinner eines früheren Hochofen-Gewinnspieles holt sich heute seinen Gewinn ab. Homeboy # 4 aus Tübingen zurück. Der Boss zieht Linien von Atomisten, Plato, Descartes, Sensualisten und auch Kant zu den Phänomenologen. Erster Tag ohne Diclofenac. Kochen oder Butterbrot? Nie mehr in eine WG, in der die Frau nicht kochen kann. Armstrongs letzter Tag in Gelb. Morgen „Schiebewind“. Über 250 Gramm Nudeln, dazu den Dessert und ein wenig Obst. Claudia kennt diesen Appetit und teilt ungefragt mit, heute sei kein grüner Persona-Tag.

Samstag, 26. Juli 2003
Ja, ich bin ein Schreibtischtäter. Reiner S. entpuppt sich als tiefgründiger und kritischer Beobachter des Weltgeschehens, der nicht alles schluckt, was er vorgesetzt bekommt, nicht bevor die nicht belegten Ungereimtheiten bei der Mondlandung oder beispielweise beim Angriff auf den Pentagon aufgeklärt würden. Womöglich hätte er auch die Existenz von Ruth-Maria von F. angezweifelt, wäre sie ihm nicht höchstpersönlich an einem lauen Sommerabend bekanntgemacht worden. Letztere ist sich über Motive, ein Internet-Tagebuch zu schreiben, völlig im Unklaren. Als Gründe wären hier sicherlich Exhibitionismus, Sendungsbewußtsein, gesellschaftlicher Druck, Minderwertigkeitskomplex, Einsamkeit, Überbevölkerung, Überflußgesellschaft, Vergnügen, Informationspflicht, Idealismus, Effizienz, Neurose und Telephobie zu nennen. Homeboy # 4 entdeckt während der Arbeit skurrile Web-Pages mit originellen Todesfällen, die er dort immerhin gut genug studieren kann, um einen ganzen „Tisch“ im Stadtcafé zu unterhalten. Wo das Sechzehntel-Italiener bei Frau von F. herkommt, wurde nicht ausreichend erläutert. Homeboy junior hat zwar zuletzt zu tief in den Spiegel geschaut, erfreut sich aber weiterhin jedes Musikalienhandels und interessiert sich seit Neuestem für Sonnenbrillen. Hochofen-Gewinner 2000 sagt für das Zeitfahren den Sturz eines Favoriten voraus. Thôml LEBT! Auch Karrierefrau von der Au gesehen. Gab keine Audienz.
Kochplatte zu früh runtergeschaltet. Gefahr des zu harten oder weichen Frühstückseis. Bayern-Jahreskarte eingetroffen! Ullrich tatsächlich gestürzt. Ich hätte besser ausschlafen sollen. Reiner S. beruft sich auf folgendes Zitat, Goethe zu Eckermann:
„Man muß das Wahre immer wiederholen,weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse, in Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten. Überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.“
Nicht immer irrt die Majorität und bisweilen täuscht sich der Einzelne. Wer sagt, daß er die Wahrheit verkündet, hat schon gelogen.

Sonntag, 27. Juli 2003
Nach „The Lion sleeps tonight“, obszönen Brechtliedern und einem Hörkapitel aus den Buddenbrooks, Antonie übrigens mittlerweile in München eingetroffen, Schweinebraten bei Homeboy Junior (in Leonardo-Schürze). Der Semmelnknödeln-Prototyp wirkt aerodynamisch schon ziemlich ausgereift. Homeboy # 4, welcher Junior in Deutschland kennengelernt und dies noch nie bereut hat, diskutiert mit angehender Jungautorin und Salzburg-Reisender über harmlose zeitgenössische Literatur. Ohne Dr. Schönfärber wäre womöglich die falsche Pinakothek besucht worden. Trotz wiederholter Belehrungen durch den frauenverstehenden Homeboy konnte in Ruhe der große Homeboy-Ausflug nach Nördlingen geplant werden. Vielleicht kommt Claudia auch mit.
Nach diversen Routenvorschlägen meiner Person beanspruchte Homeboy Junior als Fahrer das Streckenmonopol und begann, die Stadt großräumig zu umkreisen, bis er, einen Stau vor Augen, ca. 20 Minuten später einknickte, umkehrte und ziemlich genau die Vorschläge der Opposition übernahm. In der St. Georgskirche weist er auf die Bestuhlung hin und in diesen Zeiten der Auflösung gibt ihm Bach noch das Gefühl, daß die Welt doch noch nicht aus den Fugen geraten sei. Aufstieg auf den Glockenturm Daniel, mit Türmerstube. Dem Schneepflug, der die Autobahn München-Stuttgart freiräumte, sind wir um eine halbe Stunde zuvorgekommen. Biergarten und Schwimmen fielen aus. Junior never promised us Rosegarden. Höchstens Hagebutten im Dornenbusch. Number 4 wahrte meist die Dehors. Schoko-Zigaretten erziehen Kinder zu Rauchern. Mögen die Grünen die Wasserpistolen nicht vergessen. Und Getränke in Flaschen. Und Claudia in der Küche. Muß alles verboten werden.

Montag, 28. Juli 2003
Claudia mit dem Baby in die Werkstatt. Ich hätte es nicht übers Herz gebracht. Verneigung vor Bob Hope. Antonie Buddenbrook zum zweiten Mal geschieden. Kicker-Sonderheft von Jahr zu Jahr dünner.

Dienstag, 29. Juli 2003
Mit Claudia beim SSV. Sie ist sonst nicht so. Mußte mit in die Umkleidekabine. Kein Sex. Haben außerdem Salzstreuer, Räucherstäbchenhalter und Rotweingläser besorgt. Homeboy Junior hat laut Ruth-Maria von F. Nachholbedarf. Nicht wie die übrigen Homeboys meinen. Retten Sie das Leben von Thomas A. Informieren Sie Amnesty! Lodda registriert langsam, daß die Streitsumme unter den Anwaltskosten liegt, von der zurückgeschickten Uhr ganz zu schweigen.

Mittwoch, 30. Juli 2003
Konsumrausch geht weiter. Da Bassgitarre mit mir gebrochen hat, neue Salatschüssel, außerdem Weißweingläser. Mit nun insgesamt zwölf Weingläsern durchaus ein Abendmahl vorstellbar, zumal der Tisch in Claudias Zimmer ausgezogen einen Bierzelttisch an Länge und Breite deutlich übertrifft. Andretzky hält weiter nicht die andere Wange hin. [ANDRETZKY-INHALTE DER LINK-ZIELE DER LETZTEN BEIDEN TAGE MITTLERWEILE BEREINIGT. 6.August.2003.H.H.] Buddenbrooks wegen Fachliteratur auf Eis gelegt. Zeitarbeitsfirmen lassen tatsächlich für sechs Euro die Stunde im Euroindustriepark Regale auffüllen. Aufgrund zahlreicher Beschwerden ist die Webcam fürderhin nicht mehr gefaked. Fürchte nur, daß Claudia als Folge noch seltener mein Zimmer betritt. Aus den heutigen CD-Bestellungen hat Frau Giesecke den Schulsitznachbarn von Homeboy # 4 herausgefischt.

Donnerstag, 31. Juli 2003
Historiker-Homeboy mäkelt angesichts meiner zwölf Weingläser herum, daß bei einem vollständigen Abendmahl 13 Personen anwesend sein müßten. Erfahrungsgemäß muß mindestens einer fahren, wohin auch immer, und wenn keiner der Gäste Wasser in Wein verwandelt, komme ich gut hin. (Reiner S. dagegen sieht keine Probleme, da Informatiker bei Null zu zählen beginnen) An Tagen, in denen ich so schön im Gestern träume, das künftige Leben als Gelegenheit zur Erinnerung verstehe, regen mich Jetzt-Jünger fürchterlich auf, Claudia inbegriffen. Sind Urbs und Orbis schon so befriedet, daß der Papst Zeit findet, sich wieder um die Homo-Ehe zu kümmern?

Freitag, 1. August 2003
Derjenige, welcher letzte Nacht eine Vinzenz-Murr-Tüte mit übelriechendem Inhalt in meinem Briefkasten verstaut hat, möge bitte auf meinen Aufkleber „Bitte keine Werbung einwerfen“ achten. Datenbank-Registrierung in der Arbeit expired. Unangenehm. Grisu scheint auch in Südfrankreich gelaufen zu sein. Brandstifter wollte Feuerwehrmann werden. Thôml hat seine Schmähungen der Vortage wieder vom Netz genommen. Die blauen und die grauen Tage.

Sonntag, 3. August 2003
Bayern tanzte am Freitag nur 55 Minuten. Danach direkt nach Schierling. Mars (Planet) und Bierpreis (günstiger geworden!) erweckten größeres Interesse bei mir als die letzte Band. Warme Nächte. Freiluftübernachtungen ohne Zelt. Parkplatz staubt wie Sahara. Nach erstem Frühstück Samstagnachmittagsausflug mit Ziel „Regensburg“, auf dem Gelände wäre es zu heiß geworden. Unter Berücksichtigung der Säure-Basen-Kriterien zweites Frühstück bei ehemaligem Theologie-Kommilitonen. Begegnungen mit ebendiesem werden gelegentlich als „Sechser im Lotto“ bezeichnet. Unter den Linden. Und drittes Sommer-Frühstück bei 88-Absolventin, welche mir eher Kontaktallergie denn Schuppenflechte diagnostizierte, unter Klängen von Neil Young und Billy Joel. Wohltuende Längen bei Monaco Franze und Irgendwie und Sowieso. Kein Fernsehen bei gemütlichem Beisammensein. Lehrerzerlegung. Zurück in Schierling dann Caj, Pizza und Bier. Schwester D. hatte Nachtdienst. Musikalisch Azurro. Der weiße Bus mit der Dingolfinger Nummer wäre „enterhalb der Strass“ gestanden. „Griabig war's“, hieß es einhellig. Scharfe Schaffnerin auf der Rückfahrt. Kontrolliert unter anderem Behinderten-WC. Hätte dort durchaus ein „Fahrrad“ verstecken können. Jack und Jack-Jack mußten Zuschläge entrichten.
Ok, Sommer, du hast gewonnen. Ich hab dich lieb. Was bleibt mir übrig? Hoch „Michaela“ legt noch zu. Desensibilisierung abgeschlossen.

Montag, 4. August 2003
Nachdem ich letzte Woche beim Bürgertelefon durchgekommen bin. Unter größeren Mühen als beim Privatradio-Quiz. Ist in der Tat heute das polizeiliche Führungszeugnis eingetroffen. Im Großen und Ganzen kann ich zufrieden sein. Außerdem im Briefkasten eine höfliche Ansichtskarte aus dem Elbsandsteingebirge. Ruth-Maria von F. hat ihren Besucherinnen den „Walking Man“ vorenthalten. Im Job fast von Aktenbergen abgestürzt. Roy-Makaay-Deal perfekt. Wo ist Claudia? Ihre Blumen gegossen.

Dienstag, 5. August 2003
Müßte viel glücklicher sein. Sollte mich aufs Sofa legen und genüßlich eine Hader-CD anhören. Kann nicht. Unruhe. Gedankenschwanger. Jedoch ist der Gedanke noch ein undefinierbarer Zellhaufen. Des Abends mal wieder als Testkunde aktiv. Mit Unterstützung von Ruth-Maria von F., welche mir den Anschein eines seriösen Verbrauchers verleihen soll. Der Fragebogen, der nach unserem Test-Essen ausgefüllt werden mußte, überstieg unser beider Erinnerungsvermögen. Keine Experimente nachts im Englischen Garten. Homeboy Junior hat den Hofgarten entdeckt. Anruf von Claudia. Mit Detlev an der Ostsee. Vielleicht besser so.

Mittwoch, 6. August 2003
Das Schlimmste, das einem bei 50 Grad passieren kann. Frau mit Kinderwagen bewegt sich auf eine Treppe zu. Meine Beine wie gelähmt. Plötzlicher Schweißanstieg. Aus dem Off eine hilfsbereite Dame. Sonst wäre ich jetzt nicht hier. Ich vermute, es war eine Bekannte. Auch Server nahm kurz hitzefrei. Bräuchte eine Vorratskammer in der Größe einer Turnhalle. Keine Sahne mehr, sehe mich außerstande, das Haus nocheinmal zu verlassen. Hoch Michaela scheint auch Homeboy # 4 stark in Anspruch zu nehmen. Sein ehemaliger Banknachbar hat laut Frau Giesecke Fußballkarriere beendet. Homeboy Junior fehlt im Vergleich zu früher die Geduld. Die Privatrezepte von Homeboy K. fahren mit nach Grado. Und ich habe mit einer völlig unsinnigen Internet-Recherche einen ganzen Abend verloren.

Donnerstag, 7. August 2003
... darum soll man in Netzwerken nicht den Stecker aus laufenden Rechnern ziehen. Claudia wieder da. Neues Parfum. Homeboy K. hat zu viel Sonne abgekriegt, droht mit Überdosis Dylan. Auch in Schierling sprach man davon, daß „der Meister“ wieder nach München kommt. Erwäge, den Homeboy mit den vier Ausbildungen für Unsere Besten Deutschen vorzuschlagen. „Nacha is ja der Elvis bei uns aufgwochsn, mitten in Kolbermoor!“ Da Claudia zum siebzehnten Mal den Großen Santini auf sich wirken ließ, blieb mir nur die Schlußviertelstunde, die mit der Lindgrünen und der Rosaroten begann, welche zu verlassen eigentlich nicht dem Sepp seim Stil entspricht. Und dazu spielt der Tango Jambalaya. „Me oh my oh“

Samstag, 9. August 2003
Das Leben war hart, und das Geschäftsleben war in seinem rücksichtslosen und unsentimentalen Verlaufe ein Abbild des großen und ganzen Lebens. Stand Homeboy Buddenbrook mit beiden Beinen fest wie seine Väter in diesem harten und praktischen Leben? Eine zwölfstündige gastronomische Erlebnistour brachte Erstaunliches zu Tage. Number 4 mag keinen Eistee. Homeboy Junior, und diese Aussage ist von ihm selbst freigegeben, hält sich in der Rolle des Hanswursten nicht mehr für eine Fehlbesetzung. Außerdem seien alle an der Uni ohne Doktortitel Deppen. Guter Bulle, Böser Bulle im Stadtcafé brachte nicht die erwünschte Ablenkung, also mußte gegessen und das SZ-Freitagsrätsel gelöst werden. Die Stunden verrannen. Irgendwann tauchten zwei Homeboy Junior nicht unbekannte Damen auf, welche nur unser Bestes wollten und uns kompetent berieten. Vielleicht kann eine neue Brille einen Amoklauf verhindern? Vergessen Sie's. Schließlich kamen wir auch noch mit nach Varasdin und waren nicht allein zum Schlafen da. Hammondorgel in meinem Lieblingslokal wieder würdig besetzt. Und in der Nacht auf morgen lockt ein privater „Kocherlball“, leider ohne die Karrierefrau von der Au, welche Termine einhalten muß. Hoffentlich hat Claudia die entsprechende Garderobe. Sportschau im Ersten. Wohltuend. Ohne Publikum. Wenn die Hitzewelle vorüber ist, möchte ich Neues in Angriff nehmen. Muß außerdem mehr für meine Prostata tun.

Sonntag, 10. August 2003
Der Sommer war sehr groß. Wie unterschiedlich wirkt doch der nahende Herbst. Vorzeichen eines überschrittenen Zeniths? Zeit zu ernten? Vergiß die Kirschen nicht! Fünf Homeboys, sieben Meinungen. Die Trägheit von Homeboy Junior zu überwinden, kostet mehr Mühe als das Entfernen eines festgeklebten Kaugummis. Hoffnungen ruhen nun auf dem Bodensee. Das skurrile Antiprohibitions-Ganoventreffen an der Isar mit Sakkozwang, welches um 4 a.m. begann, nicht so zahlreich besucht, wie erwartet, Journalistenhomeboys Nase hat nicht getrügt, aber der Musiker spielte eine Ballade über Frauenversteher. Number # 4 versank im Morgenrot. An vorüberziehenden Joggern, (Stick-)Walkern und Zeitreisenden wurde kein gutes Haar gelassen. Junior macht sich Sorgen um mein Sprachzentrum, da ich die Fesseln seiner Trägheit (siehe oben) zu sprengen versuchte, um sie für einen Abend „loszuwerden“. Warum ich solch Verwegenes in Angriff nehme? Denk er nur mal an die Kurven! Drei Flaschen Wein, oaner saurer wie der ander. Do muß' doch no wos anders ge'm. Aldi-Cabernet aus Kalifornien und Aldi-Barbera d'Asti gestrichen. In meinem rezeptiven Gedächtnis gibt es keinen Anhaltspunkt, je einen wirklich guten Wein getrunken zu haben. Besitze aber verklärte Erinnerungen, deren zufolge ich in ferner Vergangenheit öfters mal einen Wein mit edlen Prädikaten versehen haben muß. (?) Abgelegt. Auf den Stapel paradoxe Hochofen-Erfahrungen.

Montag, 11. August 2003
Reiner S. denkt immer an das Eine. Klingt verweichlicht bei solchen Außentemperaturen, aber als Rheumatiker darf ich mir die Feststellung, daß das Warmwasser ausgefallen ist, erlauben. Endlich steht Paragraph 2 der Homeboyverfassung.
§2. Pflichten des Homeboys
„Homeboys lassen einander nicht plattmachen.“
Number 4 chauffiert uns heute zum angeblich schönsten Biergarten des Freistaats. Hieß es. Fahren Sie werktags nicht nach Thalhausen, es sei denn, Sie sind wie Isarschwimmer Homeboy # 4 ein Freund des hügeligen Dachauer Hinterlandes. Oder Sie interessieren sich für pikante Details aus Juniors Intimleben. Der Biergarten jedenfalls hat nur am Wochenend geöffnet. Rolle des Hanswursten zurückerobert. Homeboys sind jetzt auf jeder Position doppelt besetzt. Ein Innenhof ist kein Dekolleté, und Junior hat kein Vertrauen. Wenn das nur nicht noch mit dem Teerplatz zusammenhängt. Ich will auch eine andere Brille. Neues Buch von Siegfried Lenz nach Metawissen Junior unterhaltsam. Konsulin Buddenbrook liegt mit Lungenentzündung darnieder.

Dienstag, 12. August 2003
Halte nichts vom Waschen bei 40 Grad. Claudia hat sich Kurz&Fündig gekauft. Buche morgen bei Germania Express einen Flug für Oma. München - Hamburg. Kein Tag ohne Weintrauben. Hartzkritiker-Kritik gelöscht. Gitarre gestimmt. Dinge des Lebens werden wieder vertraut. Nähere mich der Gegenwart an. Kaum mehr Ballast. Seit gut zwei Wochen nicht an Sex gedacht, auch jetzt denk ich nur an das Nicht-Daran-Denken. Die Hitze, der Wechsel oder Claudias Frisur? In einer Woche Mars, Mond und Sonne auf- und untergehen sehen. Vielleicht brauch ich Hormone.

Mittwoch, 13. August 2003
Number 4 am Montag in der Isar. Heute verkündet die Abendzeitung Bakterienalarm und Badeverbot. Immer noch Putzblockade. Vielleicht Abspülen. Claudias Teststäbchen gammeln vor sich hin. Machte die Probe aufs Exempel. Demzufolge wäre heute kein roter Persona-Tag. H moll ok, H immer noch nicht. Sexuelle Amnesie geht zurück. Es fehlt der Fetisch. Buddenbrooksches Anwesen an der Mengstraße verkauft.

Donnerstag, 14. August 2003
Früher Feierabend gemacht. Wegen des Regens. Zu Aldi. Auf einmal ging das Licht aus. Stromausfall. Zum ersten Mal Bedeutung der Notausgangbeleuchtung kennengelernt. Plünderungen und Massenpanik, und der Aldi war äußerst gut besucht, konnten verhindert werden. Die Kassen liefen auf Notstrom noch maximal eine halbe Stunde, so daß wir angewiesen wurden, uns zügig zu diesen zu bewegen. Die meisten „kauften“ im Dunkeln weiter ein, und zuhause angekommen entdeckte auch ich ein paar neue Produkte. Auch die Ampel Frankfurter Ring/ Knorrstraße und der angrenzende Tengelmann schienen betroffen. Unsere Abhängigkeit vom Solarstrom war mir nicht bewußt. Muß noch zum HL um die Ecke, der verschont geblieben war. Und das in Zeiten der Rezession. Konnte mich nicht zum Kühlregal vortasten. Reiner S., großer Verschwörungstheoretiker und Antinomie-Aufspürer, meint, Putz- und Libidoblockade schlössen sich aus. Nichts gegen dreckigen Sex. Aber auch Claudia duscht vorher. A. optimistisch in die wohn- und berufliche Zukunft blickend. Südafrikanischer Fan wollte mir Kleider vom Leib reißen. Entpuppte sich als „ganz echter“ Deutscher mit wenig zeitgemäßem Gruß. Hat schwerwiegende Problem mit der Police, sogar mit der griechischen Akropolis (Gag Thomas A.). Möge Reiner S. mit Kalauer-Vorwürfen kein Öl ins Feuer gießen, wenn auch später noch von Sandalismus die Rede war. Hasse Take-Five-Exzesse und Latino-Manie.

Freitag, 15. August 2003
Große Hitze vorbei. Claudia weist mich zurück. Auch nach dem Zähneputzen. Schublade geöffnet. Alles spricht vom Stromausfall in New York. Wer deckt die Zusammenhänge mit dem Blackout im Aldi, Milbertshofen, Munich, Germany, auf? Wenn die Spiegel-Online-Meldung mit der sozialhilfe-geförderten Floridawohnung für Deutschland-Allergiker kein Witz ist, werde ich umgehend die Sitzungen mit meinem ehemaligen Analytiker wieder aufnehmen. Augrund immer kryptischerer Leserbriefe nun doch eine neue Rubrik eingerichtet.

Samstag, 16. August 2003
Gestern. Mit Ingo zum Chinesischen Turm. Blasmusik. Anschließend in Ex-Wohnzimmer auf Reiner S. und Lennon getroffen. Reiner ließ sich C. G. Jungs Anima raushängen, was bei Frauen gut ankam, so daß es nicht weiter verwunderlich war, daß Beatrice, Chantal und Suzie unseren Tisch anvisierten. Lennon, dessen Zigaretten den Ball erst ins Rollen brachten, hielt sich den ganzen Abend über zurück. Reiner würde mit der Blonden an backbord gerne segeln gehn, sofern die Homeboys fehl'n. Was hätten die Homeboys im Verein nicht aus diesem Glücksfall herausholen können. Reiner S. dagegen hat versagt, die Damen begleiteten uns nicht nach Varasdin. Keine Telefonnummer, keine Adresse, nur Indizien. Hat den Faust erst ausgepackt, als jede List zu spät kam. Überließ uns wegen Mysql-Problemen das Feld, aber nicht das Fell, wahrscheinlich recherchiert er im Lehel. Lennon gibt künftig Bescheid, falls „Land in Sicht“. Ingo erwidert einen unzweideutigen Antrag mit widerwillig vorgebrachten, aber ausführlichen Beschreibungen seiner persönlichen Situation und der Hoffnung auf die erlösende Sperrstunde. Es gibt kein Bier in der Schmalznudel. Bayern mittelprächtig. Predige Junior seit Jahren, daß ich samstags zwischen 14:00 und 18:00 Uhr keine Anrufe entgegennehme.

Sonntag, 17. August 2003
Number 4 auf Kafkas Spuren. Beleuchtete Vögel über dem Olympia-Gelände faszinierten mehr als dargebotene Kurzfilme. In einem lateinamerikanischem Lokal lenkten ab die Blume im Haar und eine Militärhose. Zwei echte Homeboys, die den Namen wirklich verdient hätten, sollten uns Warnung genug sein. Juniors Elektronenschalen-Modell, wonach die freien Stühle an unserem Tisch die niedrigen Energie-Niveaus darstellen, an denen abgetanzte Elektronen ausrasten können, muß erweitert werden. Funktioniert bisher nur bei vollbesetzten Edel-Lokalen. Ansonsten doziert er über den String-Tanga und die erfreulichen Auswirkungen auf Erscheinung und Wahrnehmung menschlicher Gesäße. Plane trotzdem keinen Salsakurs. Zwei unterschiedliche Traum-Kulissen. Einmal völlig mittellos mit Büchern und den Babies auf der Straße. Das andere Mal in einer Art Schlaraffenland für Erwachsene. Mal wieder in Claudia Tagebuch geguckt, sie liest meins ja auch hin und wieder. Demzufolge wächst meine Libido mit abnehmenden Mond. Darum.

Montag, 18. August 2003
Mit Umsetzung meiner Vorsätze vom 1. Juli dieses Jahres begonnen und mit Fahrrad in die Arbeit. Neunzig Minuten Bewegung. Stolz. Vielleicht kaufe ich nächste Woche die Pinakothek-Jahreskarte und schau jeden Tag einen einzigen Raum an. Claudia seit vier Wochen nicht gekocht. Bundesregierung weiter in Schlangenlinien. Man sollte sie nicht Bundesregierung nennen. Ich hab mich bei Sachverständigen informiert, die sagen nicht „Regierung“, sondern einfach „Stagnation“. Wird Homeboy K. mir eine Deutschland-Allergie attestieren? Männer müssen Karriere machen und Rasen mähen können (Frauen-Umfrage Spiegel-Online)? Aus is', mit der gmahtn Wiesn. Finde, der LBS-Hallo-Thomas-wohnst-du-immer-noch-hier-Wie-uncool-Spot weckt niedere Instinkte.

Dienstag, 19. August 2003
Claudia scheint Tagebuch doch nicht mehr zu lesen, sonst hätte sie mich reumütig mit Schinkennudeln erwartet. Homeboy Junior empfiehlt heutigen Theatron-Besuch und besorgt Bob-Dylan-Karten. Wieder mit Fahrrad unterwegs, Gegenwind bei Hin- und Rückweg. Primavera so anziehend. Das soll wirklich eine Zicke sein? Theatron. Adlige stiftet Desperados. Junior diesmal nicht mit Winterjacke. Number 4 zwingt mich zur Einkehr. Einer alten russischen Tradition folgend wirft Junior meinen Korkenzieher in den Olympiasee. Wenn der Homeboy einen Feind nicht besiegen kann, versucht er, von ihm zu lernen. Ruth-Maria von F. bezieht Homeboy-Attitüden wie rasches Aufbrechen zu sehr auf sich. Mein Fahrrad ist keine Rikscha, Licht geht trotzdem nicht. Sehnsucht nach Bicycle-Repair-Girl. Claudia kannst du vergessen. Warmer Riesling, feuchtes Gras. Möge mich keine(r) an ausgesprochene Warnungen erinnern.

Mittwoch, 20. August 2003
Was ich zu erwähnen vergaß, Homeboy Junior „ist einfach zu nett“, meinte R.M.v.F. Wo mag der Unique Selling Point bei Claudia liegen? Ich weiß, rhetorische Fragen sind out. Egozentriker immer im Recht. Thôml steht Abend für Abend hier am Kai. Das erste Mal mit Widerwillen auf das Fahrrad gestiegen. Aber gefighted. Nehm mir noch an Lennon ein Beispiel und entwickle mich zum Frühmorgensjogger. Primavera nicht gegrüßt. Kaum meint man, er ließe sich sorglos zitieren, verliert T. A. schon wieder den Kopf. Auch Zeichenlehrer Drägermüller von Hanno Buddenbrook sehr politisch. „Wir müssen zusammenhalten!...Die Sozialdemokratie steht vor der Tür.“ Der Typhus gibt Buddenbrooks den Rest. Schlußabsatz hätte ich gestrichen. Freu mich auf Nietzsche. Viele Jahre nach dem Zarathustra. Manchmal lebt es sich leichter ohne gute Nachrichten, die Perspektiven eröffnen, die ich gar nicht mehr haben wollte.

Donnerstag, 21. August 2003
Kein Verlaß auf Reiner S. Regensburger Greenhorn muß mich darauf aufmerksam machen, daß Netscape 4.78 in dem Cip-Pool, vor dem Nadine immer ihr Fahrrad abgestellt hat, meine Seiten bis zur Unlesbarkeit zerschießt. Wird diese Version immer noch benutzt? Claudia möchte wissen, wer diese Nadine sei. So gings mir damals auch.

Freitag, 22. August 2003
Außendienst mit Lokaltermin. Treffpunkt um 8:15 Uhr. Claudia hat die halbe Flasche Amaretto ausgesoffen. Und ich bin am Wochenende nicht da. Hyperthym oder Tiramisu? Jemand gefunden, der noch schlechter Auto fährt als ich. Homeboy Junior hat Ruth Maria von F.'s Geburtstag vergessen. Was ich mich frage. Ob der Apostroph-Genitiv bei mit Punkt abgekürzten Namen in Ordnung geht? Soll ich mir mein nächstes Baby selbst zusammenbauen. Motherboard weniger empfindlich als ich dachte, Hemmungen lediglich vor Prozessor und Lüftung. Und nein, Claudia hat mit einem Motherboard herzlich wenig zu tun. Schwanger. Von mir aus. Aber nicht solange sie hier wohnt.

Samstag, 23. August 2003
Ivo Robic, Blue Diamonds. Metten hat genau ein Jahr in der Bezirksliga gespielt. Wolfgang Fahrian hatte die Stationen Ulm, Hertha, und ist bei Sechzig in der Versenkung verschwunden. Anschließend mit Schwester  & Co in die erste andere Discothek Niederbayerns. Diener im Slip, oder sagt man Bedienung, und fast nur Heteros. Vollrausch. Keine Schmerzen. Namenlose Katze ließ sich streicheln. Geschnurrt. Nietzsche gefällt.
Trauben aus eigenem Garten. Homeboy K. in Grado per Handy erreichbar. Gespräch kurz, da das Befinden der Homeboys allgemein thematisiert wurde und ich zu keiner Stellungnahme bezüglich der sensiblen Mitglieder dieser Vereinigung legitimiert war. Mit Nietzsche ins Bett. Obwohl das Wesentliche der menschlichen Entwicklung in Urzeiten vor sich gegangen ist, lange vor jenen 4000 Jahren, die wir ungefähr kennen.

Sonntag, 24. August 2003
Namenlose Katze tyrannisiert mich ganze Nacht. Fußball in Ingos Eigentumswohnung mit integrierter Gartenanlage. Zufrieden. Wie luchst man einem einsamen Wolf im Lehel die Beute ab, wenn man kein Wässerchen trüben kann? So müde, daß ich Claudia keine Sekunde widerstehen könnte. Möge sie nicht zu früh nach Hause kommen. Alle geistreichen Aussagen der nächsten Wochen, Monate stammen von Nietzsche. Denn die Lüge erfordert Erfindung, Verstellung und Gedächtnis. Thôml matt.

Montag, 25. August 2003
Thômls Hausrat sucht neue Bleibe. Kalauer-Schabernack schlägt wieder zu. Üble Zote. Pinakothek-Jahreskarte erhält man nur in der P. der Moderne. Heute geschlossen. Rekordzeit mit dem Fahrrad. Primavera lächeln sehen. Claudia legt in Flirtforum Profil für mich an. Hätte gestern im eigenen Bett schlafen sollen. Sonst nichts vorgefallen, mein Begehren war äußerst ephemer. Hoffentlich setzt sich die Bezeichnung Rheuma-Kai, die Claudia bei Blickpunkt Sport aufgeschnappt hat, nicht durch, wär mehr ein Name für mich. Andretzkys Dankbarkeit, garniert mit Notlügen, mehr als „milde Form der Rache.“ Wahrscheinlich dissimuliert er und versucht die Tragweite seiner Ressentiments herunterzuspielen. Alles ist Notwendigkeit, alles ist Unschuld. Ich weiß.

Dienstag, 26. August 2003
Thôml gibt seine Menschings nicht zurück. Milchschnitte hilft mir über Hungerast. Herr Schnäbele im Urlaub. Warum nicht von Primavera träumen? Pinakothek, Jahreskarte, Tag I. Ein paar Semper-Räume. Architektur weben, töpfern und flechten. Orale Episode mit Claudia, trotzdem weiterhin ambivalent. Wieso wird vor dem Fahrradfahren nicht auf Risiken und Nebenwirkungen hingewiesen? Nicht daß ich gleich von Hodenkrebs sprechen möchte, schon bei Hämorrhoiden scheint mir dieser Sport nicht förderlich. Gekocht. Bereits von Suppe satt. Groß-Ex will Chauffeur fürs Backstage. Fahre nicht mehr Taxi. Nietzsche zitiert Byron und Horaz. Barré am siebten und fünften Bund klappt immer noch nicht.

Mittwoch, 27. August 2003
Sms-Chat vor Frühstück. Englisches Gesundheitssystem doch nicht so unvernünftig? Java-Guru als Kollege. Da lern ich das auch noch. Pinakothek, Tag II. Neue. Hoffentlich träume ich heut abend nicht von der Marquise de Caballero. Unterwegs mit Audioguide. Für Banausen wie mich. Da bleibt mehr in Erinnerung. Dieses „putzige, einladende, leuchtende gelbe Haus“ auf Van Goughs Blick auf Arles, ein Jahr vor seinem Suizid. Und daß Manet seinen Sohn in Frühstück im Atelier als „etwas blasierten Pariser“ dargestellt habe. Hübsche Frauen, viele mit Audioguide. Kennen wir uns nicht aus der Pinakothek? Hätte Claudia meine Erlebnisse nicht so bunt schildern sollen, sie erwog kurz, mit der Jahreskarte nachzuziehen. All die Millionen Museen in der ganzen Welt. Wieso muß sie ausgerechnet in meins?! Der Druck auf Dortmund war zu groß. Bleibt nur ein Nietzsche-Zitat. Freilich solle man Mitleid bezeugen, aber sich hüten, es zu haben.

Donnerstag, 28. August 2003
Heute nicht in der Pinakothek. Baby mußte abgeholt werden. Endlich wieder zu Haus. Milbertshofen-Sendlinger Tor-Moosach-Milbertshofen. Alles mit dem Rad. Staune selbst. Über das Gewohnheitstier. Was vor vier Wochen unvorstellbar schien. Schöner Tag. Mit keinem kommuniziert, niemandes Adyton verletzt. Spiele mit dem Baby. Abend. Claudia, dies ist der Augenblick, in dem sich eine Freundschaft entscheidet. Sex oder Irgendwie und Sowieso? Aber nicht TV Total. Favorisiere nun das dänische Steuersystem. Ruth-Maria von F., die ebenfalls auf die dänische Staatsbürgerschaft spekuliert, wird mittlerweile auf offener Straße erkannt und mit „Hallo Ruth!“ angesprochen. Freunde, Homeboys, Mitbürger, man merke sich den korrekten Gruß: „Seid gegrüßt, Frau von F.!“

Freitag, 29. August 2003
Kaum beginnt es zu regnen, denken Ex-Freundinnen wieder nur an das Eine. Vielleicht ist das der psychologische Grund, warum ich schlechtes Wetter so liebe, ich, der ich auch bei schönem Wetter daran denke. Pinakothek, Besuch III. Alte. Ein paar altniederländische und altdeutsche Meister. Plädiere dafür, daß stark alkoholisierte Besucher an der Kasse abgewiesen werden. Heutiges Lieblingsbild. Gossaerts Danae. Eins der wenigen Bilder ohne Tanz um goldenen Säugling. Reiner S. kommt in Sachen Württemberg nicht ohne Hilfe voran. Es steht an. Das erste Schafkopfen 2003.

Samstag, 30. August 2003
Erfolgsorientierter Homeboy leitet mit neuer Brille und Clausthaler den Imagewechsel ein. Back to the roots. Trotzdem beim Schafkopfen „beschissen“. Von Gewohnheitsrecht und Doppelmoral war nicht die Rede. Schlafzimmer des Schafkopf-Gastgebers reihte sich mühelos in gestrige Pinakothekräume (Stichwort Säugling) ein. In Varasdin ließ sich nach Traumfrau schwer erträgliches Hand-Shake-Subjekt neben uns nieder, welches zunächst um einen Schluck Bier, eine Zigarette und einen Euro bat, anschließend die Zwanzig- und Hundert-Euro-Scheine in seiner Brieftasche sortierte, sich nur wegen dessen Reaktionsvermögens nicht an Number 4's Pils vergriff, leichtsinnigerweise aufstand und beim Versuch, sich wieder niederzulassen, folgerichtig und anschaulich von Number 4 des Feldes verwiesen wurde. Samstags-Schönheit an der Kasse des Supermarktes hat leider zum Ersten gekündigt. Number 4 hält Papa-Homeboy für den wahren Gewinner des Schengen-Abkommens. Ich vermute, selbiger hat sein Handy-Ladegerät nicht in den Urlaub mitgenommen. Liegt neben dem Personalausweis auf dem Schreibtisch.

Sonntag, 31. August 2003
Besuch von Claudias Vorgängerin. Sex. Trotz guten Beginns: 1 - 3, nach Verlängerung. Zufrieden. Nicht der Akku war Papa-Homeboy's Problem, sondern das Kartenbudget. Bis wieviel Uhr kann man Number 4 anrufen? Reiner S. verbreitet antiamerikanische Propaganda. Homepage eines Altmetteners im Aufbau.


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© Henri Hochofen 2003